Published February 1, 2021 | Version v1
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'La mesure de l'instant'. Romanszene und Malerei in der französischen Spätaufklärung

Authors/Creators

  • 1. Trier University, Germany

Description

Wenn von der Zeitlichkeit in Literatur und Malerei die Rede ist, so wird man zunächst an die doppelte Zeitstruktur narrativer Texte sowie an die Darstellung eines sorgfältig gewählten, prägnanten Moments in der Malerei denken. Ebenso präsent ist die Frage nach den Möglichkeiten der Bilder, einen zeitlichen und narrativen Ablauf darzustellen. Die umgekehrte Frage, die nach den Möglichkeiten der Sprache, zeitlichen Stillstand, Gleichzeitigkeit, den einzelnen Augenblick darzustellen, wird deutlich seltener gestellt. Genau dies soll hier getan werden, und zwar am Beispiel einer Epoche, in welcher dem Augenblick eine besondere Rolle zukommt. In der Tat wird im europäischen 18. Jahrhundert erstmals nicht mehr das kontinuierliche Fließen der Zeit betont, sondern ihre Fragmentierung in einzelne Augenblicke. Rückt der Augenblick ins Zentrum, stellt sich die Frage nach seinen Qualitäten und seiner Dauer, aber auch  nach den Modalitäten seiner Darstellung. Georges Poulet war der Frage nach der „mesure de l’instant“ mit einem Ansatz nachgegangen, der philosophische und literarische Aspekte verband. Der vorliegende Beitrag möchte die Darstellung des Augenblicks aus einer intermedialen Perspektive in den Blick nehmen: Im Zusammenspiel von Malerei und Roman in der französischen Spätaufklärung.

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Schöch_2007_La-Mesure-de-l-instant.pdf

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