Published April 28, 2007 | Version v1
Journal article Open

Die "Goldene Sonne" am Calanda. Die Geschichte und Wiederentdeckung eines Goldbergwerkes am Calanda bei Felsberg

Authors/Creators

  • 1. University of Bern, Institute of Archaeological Science, Prehistory Department

Description

Der Calanda ist ein Bergzug in Graubünden, der sich von Bad Ragaz bis nach Tamins erstreckt.
Der Felsberger Calanda, das Gebiet der „Goldenen Sonne“, ist wegen seiner ständigen Felsabbrüche
und Steinschläge in jüngster Zeit wieder zum allgemeinen Interesse geworden. Er wird
somit seinem Namen „der Herablassende“, wie es aus dem Rätoromanischen übersetzt heisst,
gerecht.
Schon die Kelten und später die Römer scheinen sich für den Berg und sein Gestein interessiert
zu haben, worauf verschiedene Funde und Kratzspuren in alten Stollen hindeuten. Oft dienten
ihnen die Höhlen auch als Schutz und Unterkunft.
Im Jahre 1803 begann sich das Interesse dank eines sensationellen Fundes vor allem auf das im
Gestein eingeschlossene Gold zu konzentrieren. Die nächsten Jahrzehnte standen dann im Zeichen
des Bergwerkbaus, der eher kleineren Erfolge und grossen Verluste. Diese Zeitspanne von
den Anfängen des Bergwerkes „Goldene Sonne“ bis zu seiner endgültigen Schliessung, sowie
die damit verbundenen Schicksale und Geschichten der Beteiligten, werden in diesem ersten
Teil ausführlich behandelt.
Die verschiedenen Gruben und deren Standorte sind auf den beigefügten Karten verdeutlicht
worden. Durch die Mediationsverfassung erhielt Graubünden als Gesamtstaat damals zum
ersten Mal das Recht, eigene Münzen zu prägen. Da diese aus dem „Gold der Goldenen
Sonne“ bestanden, deckten sie nur einen kleinen Teil des umlaufenden Geldes ab. Daraus wird
ersichtlich, dass der Aufwand der Arbeiten im Bergwerk und der daraus resultierende Ertrag in
keinem Verhältnis standen.
Der Calanda und seine Geologie
Neben einer kurzen Abhandlung der Ablagerungsvorgänge im Tethysbereich und der Darstellung
der drei wichtigsten Decken der Alpen, Helvetikum, Penninikum und Ostalpin, konzentriert
sich dieser Teil der Arbeit auf die Geologie des Calandas. Der Calanda ist aus Gesteinen des
Eozäns, der Kreide, des Jura, der Trias sowie des Perms aufgebaut und wird zu den Helvetischen
Decken gezählt. Die erwähnten Goldvorkommen befinden sich alle im Quarzitschiefer
des Jura.
Grubenplan
Der Hauptteil der Arbeit bestand aus der Erstellung eines Planes, der die Lage und das Innenleben
der Gruben mit ihren verschiedenen Stollen festhält. Die einzelnen Stollenbereiche wurden
im Plan aufgezeichnet, fotografisch dokumentiert und mit kurzen beschreibenden Kommentaren
versehen. Zudem wurde das ganze Verfahren anhand eines Erstellungsberichtes detailliert
beschrieben. Eine genaue Vermessung des Bergwerkes wurde bis anhin nie durchgeführt. Bei
dem hier erstellten Grubenplan handelt es sich daher um eine Pionierarbeit.

Files

SJf Wettbewerbsbroschüre 2007.pdf

Files (4.1 MB)

Name Size Download all
md5:5497b0909bf42033e40b13b782247db2
4.1 MB Preview Download