Ein "Zigaretten-Diener" als Zeuge - Kolonialistische Alltagskultur in einem Land ohne Kolonien
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Dieser Text entstand im Rahmen des Seminars «Sachen machen: Dinge als Quellen der Kulturanalyse» bei Prof. Dr. Marianne Sommer, Universität Luzern; durchgeführt in Zusammenarbeit mit dem Museum Luzern, 2025.
Abstract: Die Schweiz besass nie Kolonien. Dennoch läuft die Diskussion um das koloniale Erbe auch hier auf Hochtouren. Anhand des «Zigaretten-Dieners» aus der Sammlung des Museums Luzern, einer exotisierten Figur, die einen Aschenbecher hält, wird der Einfluss des Kolonialismus auf die schweizerische Alltagskultur des frühen 20. Jahrhunderts erläutert. Bezugnehmend auf die Funktion als Aschenbecher wird auf die Verbreitung von Tabak und weiteren sogenannten Kolonialwaren eingegangen. Mit einem Fokus auf die Bildreklame wird aufgezeigt, wie durch die Warenwerbung stereotype Vorstellungen von Exotik und Fremde als eine Ausprägung von Warenrassismus in der Alltagskultur zirkulierten. Anhand dreier Bildelemente des «Zigaretten-Dieners» werden drei koloniale Bilder des Fremden behandelt: das Bild des «wilden Afrikas», des «dienenden Afrikas» und des Orientalismus. Die Analyse verdeutlicht, wie solche Objekte und Bildwelten das kollektive Bildgedächtnis prägten und koloniale Ideologien in der Schweizer Gesellschaft verankerten.
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