Warum entstand die Stadt Bernburg? Die Rolle der askanischen Stadtgründung an der Saale bei der Entstehung des späteren Landes Anhalt
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Nachdem der Sohn Albrechts des Bären, Herzog Bernhard III. von Sachsen im Jahr 1212 auf seiner erst vor wenigen Jahren neu errichteten Burg Bernburg verstorben war, erfolgte der der "Bernburger Erbfall", die Erbteilung zwischen seinen Söhnen Heinrich und Albrecht. Albrecht, der Jüngere von beiden und Herzog von Sachsen, wird sogar in einer königlichen Urkunde aus dem Jahr 1219, vielleicht nur versehentlich, als „dux de Berneburch“, Herzog von Bernburg bezeichnet. Aber nicht nur die Burg Bernburg spielte eine für die Entstehung des späteren Landes Anhalt wichtige Rolle. Nach der Zerschlagung der askanischen Pläne, das bedeutende Kloster Nienburg und den dort vorhandenen, wichtigen Saaleübergang dauerhaft zu kontrollieren, sollte sich in Bernburg der Wettlauf um einen askanischen Saaleübergang entscheiden. Im heutigen Stadtgebiet Bernburgs entstand am Kreuzungspunkt von vier Flüssen ein einzigartiger und hochkomplexer Siedlungsraum, in dem sich drei große Konkurrenten des hochmittelalterlichen Landesausbaus unserer Region direkt gegenüberstanden: die Askanier, einige der mächtigsten Klöster und Stifte der damaligen Zeit und das Erzbistum Magdeburg. Die durch den freistaatlich-sächsischen Historiker Karlheinz Blaschke entwickelte Methode der Stadtplanforschung erbrachte für Bernburg einen neuen Ansatz für die Entschlüsselung des einzigartigen mittelalterlichen Grundrisses der Saalestadt mit seinen 9 mittelalterlichen Kirchen und Kapellen.
Abstract (English)
After Albrecht the Bear's son, Duke Bernhard III of Saxony, died in 1212 at Bernburg Castle, which had only been newly built a few years earlier, the "Bernburger Erbfall" took place, the division of the inheritance between his sons Henry and Albrecht. Albrecht, the younger of the two and Duke of Saxony, is even referred to as "dux de Berneburch", Duke of Bernburg, in a royal document from 1219, perhaps only inadvertently. But it was not only Bernburg Castle that played an important role in the formation of the later state of Anhalt. After the Ascanian plans to permanently control the important Nienburg monastery and the important Saale river crossing there were thwarted, the race for an Ascanian Saale river crossing was to be decided in Bernburg. A unique and highly complex settlement area was created at the intersection of four rivers in what is now the town of Bernburg, in which three major competitors in the high medieval expansion of our region faced each other directly: the Ascanians, some of the most powerful monasteries and convents of the time and the Archbishopric of Magdeburg. The method of town plan research developed by the Free State of Saxony historian Karlheinz Blaschke provided a new approach to deciphering the unique medieval layout of the town on the Saale with its nine medieval churches and chapels.
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