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Szenarien für den Verlauf der SARS-CoV-2-Pandemie im Winter 2022/23 - Ergebnisse eines Workshops des Modellierungsnetzes für schwere Infektionskrankheiten (Modellierungsnetz)

Berndt, Jan Ole; Conrad, Tim; Hasenauer, Jan; Karch, André; Kheifetz, Yuri; Kirsten, Holger; Krueger, Tyll; Kühn, Martin J.; Kuhlmann, Alexander; Lange, Berit; Leithäuser, Neele; Loeffler, Markus; Mikolajczyk, Rafael; Mohring, Jan; Müller, Sebastian; Nagel, Kai; Priesemann, Viola; Rodiah, Isti; Scholz, Markus; Schütte, Christof; Timm, Ingo J.; Valdez, André Calero

Im Rahmen eines Workshops des Modellierungsnetzes für schwere Infektionskrankheiten (Modellierungsnetz) wurden drei mögliche Szenarien für den weiteren Verlauf der SARS-CoV-2-Pandemie im Herbst/Winter 2022/2023 simuliert. In Szenario 1 wird angenommen, dass in diesem Zeitraum keine neue Virusvariante auftritt. In diesem Fall ergeben die Simulationen, dass im Verlauf des Winters eine Infektionswelle zu erwarten ist, die wahrscheinlich zu keiner übermäßigen Belastung der Krankenhäuser führt. Allerdings könnte es wegen vieler Infektionen zu einer Verschärfung des Personalmangels in kritischen Infrastrukturen kommen. In Szenario 2 wird angenommen, dass sich eine neue Virusvariante durchsetzt, die zwar den bisherigen Immunschutz teilweise umgeht, aber nicht zu mehr schweren Verläufen führt. Dies würde voraussichtlich in einer Belastung des Gesundheitssystems resultieren, die in der Größenordnung der bisherigen Spitzenwerte während der BA.1/2-Welle liegt. In Szenario 3 wird ebenfalls angenommen, dass sich eine neue Virusvariante durchsetzt. Im Gegensatz zum zweiten Szenario führt diese neue Variante zusätzlich zu schwereren Verläufen (ähnlich zur Delta-Variante). In diesem Fall könnten die bisher erreichten Spitzenwerte der Krankenhausbelastung in der Pandemie deutlich überschritten werden. Würde eine Impfkampagne im Oktober beginnen, zeigen die Simulationen, dass sich vor allem in Szenario 2 und 3 relevant die Anzahl derer Menschen reduziert, die mit einer SARS-CoV-2-Infektion im Krankenhaus behandelt werden müssten. Insbesondere im dritten Szenario ist es jedoch möglich, dass Impfstrategieänderungen alleine nicht ausreichend sind, um unterhalb der bisherigen Spitzenwerte bei Krankenhausbelegungen zu bleiben. Konkrete Aussagen zur erwarteten Gefährdung und möglichen Gegenmaßnahmen sind erst dann möglich, wenn sich eine neue Virusvariante tatsächlich durchsetzt.

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