Presentation Open Access

Finanzierung von OA-Monographien - Erfahrungen an der SLUB Dresden

Deola Schennerlein, Eloísa

Spätestens mit den DEAL-Verträgen wurden im Bereich der Artikelförderung die Weichen für das Förderverhältnis zwischen Verlagen und Bibliotheken gestellt. Die Rahmenbedingungen für die Monographienförderung sind dagegen noch mit vielen Fragen verbunden. Hohe "Book-Processing-Charges" und Open-Access-Gebühren in schwer nachvollziehbarer Bepreisung stehen dem Wunsch der Bibliotheken gegenüber, transparente Preise für Dienstleistungen zu zahlen und eine Preisspirale wie bei der Artikelförderung zu vermeiden. Ziel einer Förderung für OA-Monographienförderung muss daher sein, auf eine nachhaltige, finanzierbare und transparente Publikationskultur hinzuwirken.
An der SLUB Dresden wurde im Jahr 2020 ein Publikationsfonds für Monographien eingerichtet, mit dessen Konzeptionierung genau diese Zielstellung verfolgt wird. Die Aufstellung der Förderkriterien spielt dabei ebenso eine Rolle, wie die Kommunikation und Zusammenarbeit mit AutorInnen und Verlagen. Daher werden im Rahmen des SLUB Monographienfonds keine pauschalen (OA-) Gebühren finanziert. Stattdessen werden lediglich nachvollziehbar kalkulierte Kosten gefördert, die bei der Produktion der (OA-) Publikation real entstehen (ob durch Personalkosten, Gemeinkosten oder Kosten für Dienstleistungen).
Die Kosten, aus denen sich der Gesamtpreis für ein Buch zusammensetzt, sind von Grund auf sehr divers. Viele schwer zu berechnende Faktoren, die sich von Verlag zu Verlag deutlich unterscheiden, fließen als Gemeinkosten in die Kalkulation mit ein und kaum ein Verlag lässt sich bei der Kalkulation seiner Preise gerne "hinter die Kulissen" schauen. Dennoch besteht der Publikationsprozess eines OA-Buches letztlich aus einer Reihe an Dienstleistungen, die vom Verlag teils Inhouse erledigt, teils extern beauftragt werden. Um die Position der Bibliotheken als Akteure auf dem Publikationsmarkt zu stärken und mit den Verlagen auf Augenhöhe zu verhandeln, statt dauerhaft nur die Rolle als "reine Geldgeber" einzunehmen, wollen Bibliotheken daher mit AutorInnen und Verlagen zusammenarbeiten, um Dienstleistungen transparent und vergleichbar zu machen. Anhand unserer Erfahrungswerte des SLUB-Monographienfonds möchten wir daher die Problematik intransparenter Kosten auf dem Monographienmarkt diskutieren und freuen uns über einen Erfahrungsaustausch zur Rolle der Bibliotheken in diesem Spannungsfeld.

 

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