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1) Wissenschaftskommunikation für und in marginalisierten Stadtteilen: Forschungsrallye für Groß und Klein in Spandau, Falkenhagener Feld

Adler, Jona; Humm, Christian; Schrögel, Philipp

Das Karlsruher Institut für Technologie, Department Wissenschaftskommunikation, hat zusammen mit Wissenschaft im Dialog und gefördert von der Robert Bosch Stiftung von 2017 bis 2020 im Projekt „Wissenschaft für alle“ systematisch untersucht, welche Bevölkerungsgruppen bisher nicht oder kaum von Wissenschaftskommunikation erreicht werden, warum sie nicht erreicht werden und wie man das ändern kann.

Für den weiteren Verlauf des Projekts wurden drei beispielhafte Communities, die von klassischen Formaten der Wissenschaftskommunikation oft nicht erreicht werden, intensiver eingebunden: 1) sozial benachteiligte Menschen in marginalisierten Stadtteilen, 2) Berufsschüler*innen sowie 3) muslimische Jugendliche mit Migrationshintergrund. Erkenntnisse über ihre Situation und Bedürfnisse wurden mit Interviews und Fokusgruppen gewonnen. In einem partizipativen Ansatz wurden gemeinsam mit Vertreter*innen der jeweiligen Communities neue Formate oder Zugangswege für die Wissenschaftskommunikation entwickelt und erprobt.

Im vorliegenden Erfahrungsbericht "1) Wissenschaftskommunikation für und in marginalisierten Stadtteilen: Forschungsrallye für Groß und Klein in Spandau, Falkenhagener Feld" werden praktische Erfahrungen aus der Umsetzung und Ergebnisse aus der Evaluation vorgestellt.

Allgemeine Beschreibung der Situation für die Zielgruppe

Marginalisierte Quartiere sind im Vergleich zu anderen Stadtteilen geprägt durch höhere Arbeitslosigkeit, niedrigere Bildungsabschlüsse, ein geringes Einkommensniveau und geringere Mobilität der Bewohner*innen sowie eine schlechtere soziale und kulturelle Infrastruktur. Die Bewohner*innen solcher Viertel werden so in vielen Aspekten sozial benachteiligt. Dies kann auch dazu führen, dass sie von Angeboten der Wissenschaftskommunikation kaum erreicht werden, da diese häufig an den wissenschaftlichen Einrichtungen selbst oder in innerstädtischen Bereichen an etablierten Kulturorten stattfinden. Neben der räumlichen Trennung zu Wissenschaft bieten auch die Lebensrealitäten vieler Menschen in marginalisierten Stadtteilen kaum Berührungspunkte mit Wissenschaft und die zentralen Herausforderungen des täglichen Lebens haben verständlicherweise Priorität.

Konkrete Situation im Pilotprojekt

In Berlin gibt es einige marginalisierte Stadtteile, insbesondere Randbezirke wie Marzahn, Reinickendorf oder Spandau. Exemplarisch konzentrierte sich das Projekt „Wissenschaft für alle“ auf Berlin-Spandau, genauer auf das Falkenhagener Feld West und Ost als zwei der Berliner Quartiersentwicklungsgebiete. Hier lag 2017 die Arbeitslosenquote bei über 8 % (Berlin gesamt: 5 %) und 42 % der Bewohner*innen bezogen Transferleistungen (Berlin gesamt: 30 %). In Fokusgruppen und Interviews mit lokal engagierten Personen und Initiativen – überwiegend Sozialarbeiter*innen, Quartiersmanager*innen und -räten – sowie mit Bewohner*innen selbst wurden deren Perspektiven auf Wissenschaft und Anforderungen erhoben sowie später partizipativ die Pilotformate entwickelt.

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