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Abschätzung des Potenzials dezentraler PV-Heimspeichersysteme zum Ausgleich von Fahrplanabweichungen

Leonhartsberger, Kurt; Schidler, Susanne; Peppoloni, Mauro

Im Forschungsprojekt „MBS+“ (FFG-Nummer 853674) beschäftigt sich ein interdisziplinäres ForscherInnenteam unter der Leitung der FH Technikum Wien mit ausgewählten Fragestellungen hinsichtlich einer bedarfsgerechten, externen Nutzung von privaten Heimspeichersystemen. Dabei wird ein Konzept für ein dezentral organisiertes Batteriespeicher-Netzwerk entwickelt, das eine Nutzung von Heimspeichersystemen durch ausgewählte Stakeholder für unterschiedliche netz- und systemdienliche Anwendungen außerhalb der bestehenden Marktmechanismen ermöglicht. Wesentliche Bestandteile sind dabei die Evaluierung des energietechnischen sowie des gesellschaftlichen Potenzials. Ein entscheidender Erfolgsfaktor bei der Umsetzung einer systemdienlichen Nutzung von Heimspeichersystemen ist die Bereitschaft der BetreiberInnen, externe Zugriffe durch Dritte z. B. durch Bilanzgruppenverantwortliche oder NetzbetreiberInnen zuzulassen. Um diese Bereitschaft zu erheben, wurde eine Online-Befragung durchgeführt. Diese zeigt, dass das Potenzial aktuelle und zukünftige HeimspeicherbetreiberInnen für die Teilnahme an einem Heimspeichernetzwerk zu gewinnen, bei geeigneten Rahmenbedingungen durchaus gegeben ist. Um eine erfolgreiche Implementierung zu garantieren, wird sich die Ausgestaltung dieser Rahmenbedingungen jedoch eng an den Bedürfnissen der BetreiberInnen orientieren müssen. Um das energietechnische Potenzial eines solchen Heimspeichernetzwerks zur Reduktion von Fahrplanabweichungen zu ermitteln, wurden in einem ersten Schritt die Zusammenhänge zwischen dem Regelzonendelta und ausgewählten Kenngrößen des Heimspeichernetzwerks analysiert. Die Untersuchung erfolgte dabei für eine fiktive Bilanzgruppe, deren Abweichung zu jeder Viertelstunde der Abweichung der APG Regelzone entspricht. Dabei konnte unter anderem eine Korrelation zwischen dem aggregierten Speicherladestand und einer Über- bzw. Unterdeckung der Regelzone festgestellt werden. Ein vor allem aus ökonomischer Sicht relevanter Zusammenhang zwischen der Größe des Regelzonendeltas und dem Ladestand der Heimspeichersysteme war nicht erkennbar. Zusammenfassend kann basierend auf den bisherigen Untersuchungsergebnissen festgehalten werden, dass ein dezentral organisiertes Heimspeichernetzwerk sowohl unter energietechnischen als auch gesellschaftlichen Gesichtspunkten durchaus Potenzial für netz- bzw. systemdienliche Anwendungen aufweisen kann. Um die bisher vorliegenden Ergebnisse entsprechend abzusichern bzw. zusätzliche Erkenntnisse - insbesondere 10. Internationale  Energiewirtschaftstagung an der TU Wien IEWT 2017 Seite 2 von 9 hinsichtlich der (finanziellen) Auswirkungen auf Bilanzgruppe und BetreiberInnen - zu erhalten, werden daher weitere, umfangreiche Untersuchungen empfohlen.

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