Forschungsdatenmanagement in der Psychologie: Expertise, Praxis, Trainingsbedarf (Erhebung)
Authors/Creators
- 1. Freie Universität Berlin, Universitätsbibliothek
Description
Im Rahmen der guten wissenschaftlichen Praxis ist Forschungsdatenmanagement (FDM) einer der wesentlichen Bausteine, um datenbasierte Forschung sicher, langfristig und nachvollziehbar zu erhalten. Im Forschungsprozess nimmt es damit einen immer größeren Stellenwert ein, wie beispielsweise bei der Publikation von Forschungsergebnissen oder der Beantragung von Fördermitteln. Gutes und nachhaltiges Datenmanagement stellt somit ein wichtiges Instrument zur Qualitätssicherung und Transparenz von Forschung dar.
Die Deutsche Gesellschaft für Psychologie (DGPs) hat früh auf die wachsenden Anforderungen im Datenmanagement reagiert und bereits 2016 die DFG-Richtlinie zum Umgang mit Forschungsdaten in einer fachspezifischen Empfehlung konkretisiert (Schönbrodt et al., 2017; Gollwitzer et al., 2021).
Da das Veröffentlichen und Teilen von Daten in der Psychologie bisher nicht weit verbreitet ist, wurden Forschende in der Psychologie zu wahrgenommenen Hindernissen und Voraussetzungen für das Teilen
von Daten mithilfe einer Umfrage befragt (Houtkoop et al., 2018). In einer weiteren, kürzlich publizierten Studie wurden Forschende in der Psychologie zu Praktiken im Datenmanagement und -teilen befragt (Borghi & Van Gulick, 2021). Die Ergebnisse zeigten, dass die Teilnehmenden in einigen Bereichen bereits relativ gute Datenmanagementpraktiken haben und von einem System zur Dateiablage und –organisation, zum Erstellen von Backups der Daten sowie zur Dokumentation von Verarbeitungsschritten in der Datenanalyse berichten. Innerhalb ihrer jeweiligen Arbeitsgruppen gibt es aber nur wenig standardisierte Abläufe.
Die Ergebnisse verschiedener Studien zum Veröffentlichen und Teilen von Daten sowie zu Praktiken des Datenmanagements in der Psychologie (Houtkoop et al., 2018; Borghi & Van Gulick, 2021) verweisen auf einen großen Trainingsbedarf zum FDM. Verschiedene generische Trainingsprogramme, wie etwa das im Rahmen des BMBF-geförderten Projekts FDMentor entstandene Train-the-Trainer-Programm zum FDM (Biernacka et al., 2020), haben diese Anforderung aufgegriffen.
Eine Evaluation des Programms zeigte, dass sich die Teilnehmenden Vertiefungs- und Folgeangebote, insbesondere mit fachspezifischer Ausrichtung wünschen. Dieser Bedarf soll im Rahmen des DFG-geförderten Verbundprojekts FDNext (https://www.forschungsdaten.org/index.php/FDNext) adressiert werden. FDNext vereint sechs Universitäten im Raum Berlin-Brandenburg mit dem Ziel, zentrale Aspekte des FDM weiterzuentwickeln. Der Arbeitsschwerpunkt des Verbundpartners Freie Universität Berlin ist es dabei, ein fachspezifisches Train-the-Trainer-Programm exemplarisch für die Psychologie zu konzipieren. Um das Trainingskonzept bedarfsorientiert auf die Anforderungen von Forschenden und potentiellen Trainer*innen zuzuschneiden, wurden im ersten Schritt der Status Quo der Kenntnisse und die Trainingsbedarfe zum FDM in der Psychologie erfasst. Gleichzeitig
sollte auf das Projekt aufmerksam gemacht werden, um potentielle Trainer und Trainerinnen zu identifizieren. Basierend auf den im vorliegenden Report dokumentierten Ergebnissen soll eine Train-the-Trainer-Schulung zum FDM in der Psychologie konzipiert werden, die darüber hinaus die Basis für weitere fachspezifische Train-the-Trainer-Konzepte liefern kann.
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FDNext_FDM_Psychologie_Erhebung.pdf
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