Published September 3, 2015 | Version v1
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Populismus als Parasit der Demokratie - Differenzierungstheoretische Einordnung eines semantischen Komplexes und Diskursanalyse einer Parlamentsdebatte

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Ziel der vorliegenden Arbeit war nach einer Durchsicht der sozialwissenschaftlichen Literatur eine sozialtheoretische Definition von Populismus. Dieser wurde in der Folge als semantischer Komplex theoretisiert, der sich als Differenz Volk/Anti-Volk parasitär an die spezifische Funktionsweise und Selbstbeschreibung des ausdifferenzierten politischen Systems anheftet. Konkret besetzt er dabei die Kommunikation über das in der Demokratiesemantik eingelassene Paradox der Herrschaft des Volkes über sich selber. Aus der Perspektive der Inklusions- und Exklusionsforschung ist populistischer Kommunikation der Ansatz askriptivkollektiver Zuschreibungen und eine kollektive Definition von Freiheit gemein. Diese theoretische Grundlegung wurde mit einer Wissenssoziologischen Diskursanalyse der Parlamentsdebatte zur Initiative ‚Für die Stärkung der Volksrechte in der Aussenpolitik (Staatsverträge vors Volk!)’ ergänzt. Populistische Kommunikation spielte in den rekonstruierten Diskursen eine erhebliche Rolle. Es kann davon ausgegangen werden, dass sie auch in zukünftigen Debatten virulent bleibt, trotz – oder gerade wegen – zunehmender Krisen demokratischer Steuerung.

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