Lernräume der Zukunft -- Vier Praxisbeispiele zu Lernraumgestaltung im digitalen Wandel
Description
Mit dem Einsatz digitaler Medien in der Hochschullehre sowie der wachsenden Nutzung digitaler
Bildungsressourcen entwickeln sich zunehmend neue Lehr-Lern-Settings, die zum einen Einfluss
auf die physische Lernraumgestaltung nehmen. Zum anderen stoßen innovative Lernszenarien,
häufig aufgrund traditioneller (Lern-)Architekturen in Hochschulen, auf Hindernisse und Grenzen in
Bezug auf ihre Umsetzung.
Doch auch über das individuelle Lernraumszenario hinaus müssen sich Hochschulen mit einer
strategischen Lernraumentwicklung auseinandersetzen. Der Paradigmenwechsel “from teaching to
learning” zeigt nun, dass bisher traditionelle Lernraumstrukturen und -ausstattungen, die
beispielsweise überwiegend Frontalunterricht zulassen, Lernendenzentrierung nur bedingt fördern.
Damit wird deutlich, dass der “shift from teaching to learning” auch eine räumliche Übersetzung in
den Hochschulen benötigt.
Mit den aktuellen Entwicklungen rund um den digitalen Wandel wird die Dringlichkeit der Gestaltung
physischer Lernräume in Hochschulen noch deutlicher. Vor allem vor dem Hintergrund, Studierende
zu befähigen sich in einer stetig wandelnden „Welt von morgen” zu orientieren und bestehen zu
können. Dafür benötigen sie Fähigkeiten, die ihnen helfen in ungewissen komplexen
Problemsituationen zu agieren. Beschrieben werden diese Kompetenzen als Futures Skills bzw. 21st
Century Skills. Sie umfassen vor allem überfachliche Kompetenzen wie kreatives Problemlösen,
analytisches und kritisches Denken oder virtuelle und persönliche Kommunikation und
Kollaboration. Diese Fähigkeiten lassen sich nicht ausschließlich durch Wissensvermittlung
entwickeln, sondern benötigen Lern-Settings, die beispielsweise Studierende eigenständig
projektbasiert an realen Problemstellungen arbeiten lassen. Dafür braucht es Raumangebote, die
flexible Arbeitsstrukturen unterstützen bzw. ermöglichen.
Aber auch Hochschulen müssen lernen mit Unbeständigkeiten infolge des digitalen Wandels
umzugehen und eigene Zukunftskonzepte zu gestalten. Gerade die Planung und Umsetzung von
Campusflächen und Lernraumkonzepten ist, angesichts ungewisser künftiger Entwicklungen und
Anforderungen, ein besonders komplexer Prozess, der zudem die Involvierung vieler Stakeholder
erfordert.
Vor diesem Hintergrund stehen in diesem Beispielportfolio vier Hochschulen im Mittelpunkt, die sich
aufgrund des digitalen Umbruchs, und den damit einhergehenden Herausforderungen, mit
strategischer Lernraumentwicklung auseinandergesetzt haben. Die Auswahl der Fallbeispiele wurde
von der Autorin getroffen. Alle vier Praxisbeispiele zeichnet eine individuelle Besonderheit aus.
So wird das Nutzer*innenverhalten der Lernwelt an der Hochschule der Medien Stuttgart gleichzeitig
beforscht, da es im Bereich der Lernraumgestaltung bisher kaum wissenschaftlich fundierte
Untersuchungen gab. Die CODE University of Applied Sciences in Berlin etabliert sich als
Community Campus und integriert Lernraumentwicklung als strategische Daueraufgabe. An der
SRH Hochschule Heidelberg stellte das CORE-Studienmodell, als lehrstrategische
Gesamtausrichtung, die Basis für die hochschulspezifischen Lernraumkonzepte dar. Die Hochschulbibliothek der Technischen Hochschule Mittelhessen erarbeitete ein komplett neues
Konzept, um sich von einer bestandszentrierten Bibliothek zu einem serviceorientierten Lernort zu
entwickeln.
Die Ausarbeitungen sollen insbesondere Entscheidungsträger*innen aus dem
Hochschulmanagementbereich Orientierung und Inspiration bieten, eigene Lernraumkonzepte zu
entwickeln. Denn die Darstellung der Praxisbeispiele beschreibt vor allem den Entwicklungsprozess
von der Konzeption bis zur Umsetzung, einschließlich der individuellen Zielstellungen, Partizipation
von Akteur*innen sowie Prozessstrukturen. Die Ergebnisse der Lernraumgestaltungen und -
ausstattungen werden jeweils anhand von Fotos veranschaulicht.
Die einzelnen Porträts sind in Zusammenarbeit mit den für die Lernraumentwicklung
verantwortlichen Personen der jeweiligen Hochschulen entstanden. Daher gilt mein besonderer
Dank für die Zusammenarbeit bei dieser Veröffentlichung:
Prof. Dr. Richard Stang - Hochschule der Medien Stuttgart
Prof. Dr. Florian Grote - CODE University of Applied Sciences Berlin
Prof. Dr. Katja Ninnemann - SRH Higher Education / Gastprofessur Technische Universität Berlin
Andrea Thiel und Ingrid Sand - Technische Hochschule Mittelhessen
Files
HFD_AP_45-Lernraeume_der_Zukunft_Praxisbeispiele_Web.pdf
Files
(9.5 MB)
| Name | Size | Download all |
|---|---|---|
|
md5:acaca68a6e821025c1742c1ea24e0fb9
|
9.5 MB | Preview Download |