Published 1904 | Version v1
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Der Rebell

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Hier kommt eine Erzählung der Autorin Marie Eugenie delle Grazie aus dem Jahr 1893. Sie zeichnet ein scharfes Bild der Klassengesellschaft des Vormärz und der Folgezeit in Ungarn und verbindet auf ungewöhnliche Weise die Geschichte der ungarischen Revolution mit einer fast schon philosophischen Auseinandersetzung über gesellschaftliche Normen. Ganz nebenbei ist sie auch eine großartige Naturschilderin.

Die Handlung beginnt mit einer Kutschenfahrt durch die ungarische Puszta, bei der die Erzählerin, eine Gefährtin und ein junger Adliger von einem Unwetter überrascht werden. Ein Achsenbruch zwingt sie, die Nacht auf einem abgelegenen Gehöft des Großknechts István zu verbringen, der 1848 für die Freiheit Ungarns gekämpft hat.

Dort trifft die Gesellschaft auf den »Zigeuner« Lajos, den der junge Mitreisende nervös als einen gefährlichen »Rebell und Aufwiegler« bezeichnet. Im Laufe des Abends werden nun zwei Geschichten erzählt, die das Thema »Rebellion« ganz unterschiedlich auslegen. Lajos’ Geschichte – die Geschichte seiner großen Liebe – nimmt eine überraschende Wende und erhält zum Ende hin eine bemerkenswert philosophische Tiefe. Es geht um ein Verbrechen, das gegen alle Erwartung, auch die des Lesers, nicht geschieht. Mehr soll hier aber nicht verraten werden.

Notes (German)

Cover
August von Pettenkofen: Zigeunerin.
Ölgemälde, um 1862.

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