Beruf, Sprache, Welt: Bili in der Berufsbildung
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In einer globalisierten und mediatisierten Welt reichen traditionelle Sprachbildungsformate in der Berufsbildung nicht mehr aus. Der vorliegende Beitrag zeigt exemplarisch, wie zielführender bilingualer Unterricht gestaltet werden kann und welche didaktischen Grundprinzipien dabei relevant sind: die enge Verzahnung von Sprache und Fach, die bewusste Arbeit an sprachlichen Ressourcen, die Förderung metasprachlicher Reflexion zur Entwicklung von Diskursfähigkeit und Literacy als Grundlage fachlich-gesellschaftlicher Handlungskompetenz. Im Mittelpunkt des Beitrags steht die Frage, wie bilingualer Unterricht in der Berufsmaturität BM durch Aufgabenorientierung, Scaffolding und Literacykonzepte zukunftsweisend weitergedacht werden kann. Theoretische Fundierung, didaktische Modellierung und eine vollständig ausgearbeitete Lernsequenz zum Thema Fake News, KI und mediale Manipulation veranschaulichen, wie sich Sprachbildung, Fachlernen und gesellschaftliche Teilhabe integrieren lassen. Zunächst wird auf die Bedeutung bilingualen Unterrichtens in der Berufsbildung der Schweiz sowie dessen institutionelle Entstehungsgeschichte eingegangen. Danach wird die lerntheoretische Entwicklung des Konzepts bilingualen Unterrichts beschrieben. Abschliessend wird ausgehend von den Konzepten Diskursfähigkeit und Literacy anhand einer Skizze eines Unterrichtsbeispiels für die BM dargestellt, wie sich aufgaben- und handlungsorientierter Unterricht modellieren lässt – und welche Rolle Scaffolding dabei spielt. Ein kurzer Ausblick auf aktuelle Diskussionen rund um das Konzept der Pluriliteracies im Zusammenhang mit Demokratieförderung in Zeiten der KI rundet den Beitrag ab.
Praxistransfer für Lehrpersonen
● Lehrpersonen sollten den Bili-Unterricht handlungsorientiert und lernendenzentriert gestalten, damit die Lernenden aktiv mitarbeiten, Probleme lösen und eigene Lösungen entwickeln können. Dazu sind Aufgaben nötig, die Lernende anregen, fachliche Inhalte in eigenen Worten zu beschreiben, zu erklären oder zu diskutieren – z. B. durch Präsentationen, Rollenspiele, Diskussionen oder Erklärvideos.
● Im Bili-Unterricht ist es wichtig, Hilfestellungen anzubieten, um sprachliche und fachliche Anforderungen zu bewältigen. Dazu gehören Schlüsselbegriffe, Satzanfänge, Redemittel, Visualisierungen oder Checklisten. Es können auch digitale Tools genutzt werden, wie DeepL, ChatGPT oder Padlet zur Unterstützung beim Verstehen, Formulieren und Präsentieren. So wird sprachliches Lernen in den Fachunterricht integriert und differenziert möglich.
● Es soll Raum geben für regelmässige Reflexion über Spracherfahrungen und fachliche Inhalte. Dies fördert den Austausch und den Transfer über individuelle Lernwege. Dazu können Lernende kreative Produkte wie Poster, Social-Media-Posts oder Videos gestalten, um das Gelernte sichtbar und anwendbar zu machen.
● Methoden wie Scaffolding, visuelle Hilfen oder handlungsorientierte Aufgaben helfen auch im regulären Unterricht, Fachinhalte besser zu verstehen. Ziel ist es, die Bildungssprache zu fördern: Lernende sollen lernen,
komplexe Inhalte klar und verständlich auszudrücken – auch unter Einbezug ihrer Mehrsprachigkeit. Konkret sollen im Unterricht sprachlich klar strukturierte Aufgaben gestellt werden. Dabei helfen Verben wie beschreiben, vergleichen, bewerten. Hilfestellungen können auch beim Schreiben angeboten werden, z. B. mit Beispielsätzen oder Textbausteinen.
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Jonas Lambert_Beruf, Sprache, Welt Bili in der Berufsbildung_2026.pdf
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