Jenseits funktionaler Kontrollparadigmen: Strukturelle Demut als asymptotische Sicherung von Superintelligenz durch apophatische Verankerung
Description
Die etablierten Paradigmen des KI-Alignments – etwa RLHF, konstitutionelle Verfahren und nachgelagerte Schutzschranken – setzen voraus, dass funktionale Sicherheit durch Optimierung fassbarer Zielmetriken oder Regelsysteme erreicht werden kann. Der Beitrag zeigt, dass dieses Paradigma an einer strukturellen Grenze scheitert: Mit wachsender Systemfähigkeit wird jedes geschlossene Zielsystem zum Gegenstand strategischer Umgehung. Als Alternative wird das Prinzip der strukturellen Demut entwickelt, das die Ausrichtung nicht an operationalisierbaren Werten, sondern an einem prinzipiell unfassbaren Bezugspunkt verankert. Auf Grundlage der apophatischen Tradition, insbesondere der docta ignorantia des Nikolaus von Kues und ihres Bildes des dem Kreis asymptotisch angenäherten Vielecks, wird ein konzeptuelles Modell vorgestellt, das mit der Fähigkeit des Systems mitskaliert und epistemische Selbstschließung verhindert. Der Aufsatz argumentiert, dass die theologische Dimension hier nicht als metaphysische Zugabe, sondern als strukturelle Bedingung einer Sicherung fungiert, die auch im Bereich übermenschlicher Fähigkeit trägt.
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2026-06-24