Published May 13, 2026 | Version v2

NFDI4Culture: Mehr als nur ein Backup: Digitale Resilienz für gefährdetes Kulturerbe

Authors/Creators

  • 1. ROR icon NFDI4Culture

Description

Krisenresilienz für Kulturerbe im Digitalen Raum

Zu den Objekten des materiellen Kulturerbes gehören untrennbar ihre Kontexte in Form von Sammlungsdaten und Forschungsinformationen – kurz,
Objektbiographien. Sie bleiben am Objekt jedoch zumeist unsichtbar und werden erst mittels der Dokumentation sichtbar. Immaterielles Kulturerbe – wie
darstellende Künste, Praktiken, Handwerkstechniken und Bräuche – manifestiert sich überhaupt erst in seiner Dokumentation. Born Digital Objects besitzen originär
keine physische Entsprechung, ihre Originalform ist eine digitale (beispielsweise E-Books, digitale Fotografien oder digitale Nachlässe). Ebenso liegen ihre Kontextinformationen nur digital vor. Dokumentation von Kulturerbe kann in gewisser Weise selbst zum Kulturgut werden und ist ebenso schützenswert wie
das Kulturerbe, dem es seinen Kontext gibt. Diese Dokumentation liegt heutzutage zumeist in einer retrodigitalisierten oder originär digitalen Form vor.

Ein Dreiklang aus strategischer Digitalisierung, Prinzipien des Datenmanagements und des holistischen Risikomanagements kann helfen, die digitale Datensicherheit und -souveränität nachhaltig zu verbessern und damit die Krisenresilienz für die Kulturerbe bewahrenden Institutionen und Sammlungen stärken – um so stärker, je mehr sie zusammenarbeiten: 

Eine Strategische Digitalisierung inklusive Erfassung erfolgt individuell entlang der eigenen Bestände, dabei ausgewählt, zielgerichtet und nachhaltig. Ihr wohnt kein Selbstzweck inne – die Auswahl der Parameter erfolgt gemäß dem definierten Ziel. Sie erfolgt unter Verwendung etablierter Standards und im besten Fall unter Abgleich mit den Beständen anderer Sammlungen.

Die Anwendung der Prinzipien des Datenmanagements beugt Datenverlust vor und unterstützt den Wissenserhalt. Datenspeicherung und BackUps, Datenpublikation, Langzeitverfügbarkeit und -archivierung helfen dabei. Die FAIRKriterien bilden den Rahmen – denn auffindbare, zugängliche, anschlussfähige und nachgenutzte Daten vervielfältigen sich in vernetzte Derivate und stehen nicht für sich allein.

Holistisches Risikomanagement beleuchtet mögliche Risikoszenarien mit einem präventiven Ansatz: Risiken werden individuell für die eigenen Bestände identifiziert, durchgespielt, bewertet und ihnen dann entgegengesteuert. Allianzen und Notfallverbünde bilden starke Netzwerke der Communities für den Ernstfall.

 

v1 (10/2025): Das Poster entstand im Rahmen des 5. Culture Community Plenarys (24. bis 26. September 2025 in Mainz) und wurde auf dem Markt der Möglichkeit vorgestellt.

v2 (05/2026) : Überarbeitete Version mit angepasster zentraler Grafik und modifiziertem Titel für die 114. Bibliocon 2026 (19. bis 22. Mai 2026 in Berlin).

Notes (German)

Gefördert durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) – 441958017.

Files

Sternitzke_ Krisenresilienz Digitales Kulturgut.pdf

Files (4.1 MB)

Additional details

Dates

Created
2025-09-20
Updated
2026-05-13