Sozio-technische Dimensionen von Wärme eine erste Konstellationsanalyse im Rahmen des Quartierforschungsrates Bitterfeld-Wolfen & Zörbig
Authors/Creators
- 1. Energieavantgarde Anhalt e.V.
Description
Der Quartierforschungsrat ist eine Gruppe von Bürger*innen im Landkreis Anhalt-Bitterfeld, die aktiv an der Erforschung des Themas ‚Wärmewende‘ in ihrem Quartier mitwirken. Gemeinsam entwickeln die Teilnehmenden explorative Forschungsfragen, erheben Daten, werten sie gemeinsam aus und diskutieren die Ergebnisse mit weiteren Beteiligten, um verschiedene Perspektiven auf die Wärmewende zu sammeln. Das Format bietet die Möglichkeit, wissenschaftliche Methoden kennenzulernen und das eigene Umfeld aus einer neuen Perspektive zu betrachten. Themen wie die zukünftige Gestaltung der Wärmeversorgung werden gemeinsam erforscht und diskutiert. Es besteht die Gelegenheit, sozialwissenschaftliche Methoden wie Interviews und Kartierungen auszuprobieren. Die Ergebnisse des Quartierforschungsrates fließen in einen Ergebnisdialog mit lokalen Akteuren der Wärmewende ein (Stadtwerke, Kommunalverwaltung, Betriebe etc.). Im Anschluss soll auf Grundlage der ausgearbeiteten Forschungsfragen ein Folgeprojekt ausgearbeitet und bei einer Förderinstitution (z.B. DBU, BMWE, Mercator) eingereicht werden. Das Projekt verbindet Citizen Science mit Transdisziplinarität und trägt zum Aufbau und der Vernetzung von Wissen über Wärme im Quartier bei. Die Quartierforschenden bringen ihr eigenes Alltagswissen ein und erheben weiteres lokales Wissen ihrer Mitbürger*innen. So wird einerseits Wissen über Wärme im Quartier vermittelt und andererseits Forschungslücken über die Alltagsbedeutung von Wärme geschlossen.
Methods
Die Konstellationsanalyse wird in der inter- und transdisziplinären Forschung angewendet, um Wissensintegration zwischen heterogenen Beteiligten – aus unterschiedlichen Disziplinen oder mit diversen Erfahrungshintergründen – zu einem festgelegten Thema zu ermöglichen (Baatz u.a. 2025, Schäfer 2022, Ohlhorst & Kröger 2014, Schön u.a. 2007). Es handelt sich um ein flexibel und einfach anzuwendendes Format, dessen Kernaspekt die Visualisierung eines Zusammenhangs zwischen mehreren Elementen ist. Das Format oder „Brückenkonzept“ (Schön u.a. 2007) wurde ausgehend von Forschungen in der Wissenschafts- und Technikforschung sowie Erfahrungen des inter- und transdisziplinären Arbeitens entwickelt (Keppler 2018). Hintergrund bildet die Annahme, dass heterogene Elemente (Akteure, Artefakte, Zeichen etc.) nicht hierarchisch, sondern relational miteinander in Beziehung stehen (Best u.a. 2012). Die Konstellationsanalyse bietet eine Visualisierung der sozio-technischen Beziehungen zwischen den in einem bestimmten (Projekt-) Kontext relevanten Elementen und ermöglicht so an mehreren Punkten die Zusammenführung von Wissensbeständen der Beteiligten.
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20260424_Dokumentation_Konstellationsanalyse_QFR-BiWoZ.pdf
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- Created
-
2026-04-24