Die Evolution der Mittelhochdeutschen Begriffsdatenbank
Description
Präsentation des Vortrags Die Evolution der Mittelhochdeutschen Begriffsdatenbank, der am 13. April 2026 von Dr. Katharina Zeppezauer-Wachauer und Dr. Alan van Beek im Rahmen der Ringvorlesung Digital Humanities im Fokus: Methoden, Anwendungen und Perspektiven an der Universität Rostock gehalten wurde.
Link zum im Vortrag thematisierten TEI-Schema: https://github.com/DigitalHumanitiesCraft/mhdbdb-tei-only/tree/main/schema.
Abstract:
Die Mittelhochdeutsche Begriffsdatenbank (MHDBDB) hat über Generationen hinweg Forschende unterstützt, die mit deutschsprachigen Texten des Mittelalters arbeiten. Nach jahrzehntelanger Entwicklung auf der Basis relationaler Datenbanken und – in jüngerer Zeit – RDF-gestützter Grapharchitekturen hat die MHDBDB nun eine vollständige technologische Neugestaltung durchlaufen, die auf ein TEI-first-Modell ausgerichtet ist und LLM-basierte Forschungsworkflows direkt unterstützt.
Der Vortrag erläutert die Gründe für diesen Paradigmenwechsel und die daraus gewonnenen Erkenntnisse: die wachsende Bedeutung strukturierter, KI-lesbarer Daten; die technischen und infrastrukturellen Grenzen hochkomplexer Standoff-Modelle; sowie die ernüchternde Tatsache, dass die Verwaltung von Milliarden RDF-Tripeln Personal- und Finanzierungskapazitäten erfordert, die in geisteswissenschaftlichen Projekten selten verfügbar sind. In diesem Kontext erweist sich KI – insbesondere große Sprachmodelle – nicht nur als ergänzendes Werkzeug, sondern als tatsächlicher Game Changer. Da LLMs zunehmend in Annotation, Suche und Interpretation eingebunden werden, hat sich das klassische TEI-XML als ideale Umgebung für Expert-in-the-Loop-Workflows bewährt: Es ermöglicht transparente, semantisch reichhaltige und interoperable Datenstrukturen, die zugleich menschenlesbar und maschinenverarbeitbar sind – und damit philologische Präzision mit der Skalierbarkeit von KI verbinden.
Bios:
Dr. Katharina Zeppezauer-Wachauer ist Senior Scientist an der Universität Salzburg, wo sie seit 2010 zum Team der Mittelhochdeutschen Begriffsdatenbank (MHDBDB) gehört und seit 2016 das Projekt leitet. Ihre Forschungsschwerpunkte sind Korpuslinguistik, computergestützte Textsemantik und die Anwendung von LLMs auf historische Korpora, mit einem Schwerpunkt auf semantischer Modellierung, narrativen Strukturen und FAIR-Datenpraktiken. Sie wurde an der Universität Graz in der Germanistik mit Spezialisierung auf Digital Humanities promoviert und ist Sprecherin der Universität Salzburg für das österreichische Infrastrukturkonsortium CLARIAH-AT.
Dr. Alan van Beek studierte Germanistik und Amerikanistik an der Universität Hamburg. Mit der Dissertation über „Riesen in der Literatur des Mittelalters“ wurde Anfang 2020 die Promotion im Bereich der Älteren Deutschen Literatur abgeschlossen. Seitdem folgten Beschäftigungen und Forschungsaufenthalte an diversen Universitäten als Postdoc, unter anderem als Data Steward an der CAU Kiel und bei der Data Literacy Community of Practice BiLinked an der Universität Bielefeld. Seit 2023 ist Dr. van Beek Senior Scientist an der Mittelhochdeutschen Begriffsdatenbank an der Universität Salzburg. Forschungsschwerpunkte sind u.a. mittelhochdeutsche und altenglische Literatur, Mittelalterrezeption in digitalen Spielen und Film, Game Studies, Queer Studies / Trans Studies und Digital und Data Literacy.
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