Erinnerungen an das eigene Leben
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Die »Erinnerungen« Ricarda Huchs sind eine Zusammenstellung ihrer autobiographischen Schriften über ihre Kindheit, Jugend und ihr Studium, über die Natur, Tiere, Freundschaften und die Liebe.
Das Besondere daran ist die einzigartige Verschmelzung von präziser Beobachtung und traumhafter Wahrnehmung. So beschreibt sie z.B. ihre Kindheit als eine »schimmernde Sphäre« außerhalb von Zeit und Raum, in der Natur und Garten eine fast mythische Bedeutung erlangen.
Auch die intensive Verknüpfung von Sinnesreizen und Gedächtnis fällt auf, wie der Duft der Ölweide, der sie noch Jahrzehnte später im Innersten erschüttert. Zudem erscheint ihre Umwelt tief beseelt; Bäume und Tiere fungieren als »Schutzgeister« oder »Dämonen«. Den scharfen Kontrast zur idyllischen »Lichtwelt« der Kindheit bildet schließlich das realistische Grauen des Bombenangriffs auf Jena 1945.
Auf die Geschichte hat Huch eine radikal subjektive Perspektive: Den Krieg von 1870 empfand sie als Kind lediglich als »bleierne Langeweile«, während Bismarck durch die Verehrung ihres Vaters zum »häuslichen Alpdruck« wurde. Mit außergewöhnlicher emotionaler Ehrlichkeit schildert sie auch schmerzvolle private Krisen, wie die leidenschaftliche, schuldbehaftete Liebe zu ihrem Schwager Richard, die sie als »Höllenfeuer« reflektiert. Besonders ergreifend: die Erzählung ihrer großen Liebe zu ›Manno‹ (Ermanno Ceconi).
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