Published February 27, 2026 | Version v1
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Hessische Naturwaldreservate im Portrait: Alsberger Hang

Description

Das Naturwaldreservat Alsberger Hang spiegelt sowohl die abwechslungsreiche Forstgeschichte des Spessarts als auch die langfristige Entwicklung der Mischwälder aus Rotbuche und Trauben-Eiche in diesem Mittelgebirge beispielhaft wider.

Die heutigen Buchen-Eichen-Mischbestände im Gebiet zeugen von den waldbaulichen Erfolgen bei der Eichenverjüngung, wenngleich die Buche in einigen Bereichen in den vergangenen 200 Jahren die Oberhand gegenüber der Eiche gewonnen hat. Insgesamt steht jedoch fest, dass sich am Alsberger Hang eine jahrhundertelange Habitatkontinuität strukturreicher Eichen und Buchen erhalten hat. Dies zeigt sich auch an den Vorkommen anspruchsvoller Zeigerarten altholz- und eichenreicher Laubwälder, wie dem Hirschkäfer, sowie zahlreicher spezialisierter Flechten- und Holzpilzarten.

Mit der Ausweisung des Naturwaldreservats im Jahr 1997 wurden die großen Chancen genutzt, die die Sturmwurffläche aus dem Sommer 1996 für die Untersuchung der natürlichen Waldentwicklung im Totalreservat bot. 30 Jahre nach dieser großen Störung haben sich diese Bereiche wieder zu einem dicht geschlossenen Wald entwickelt. Dies ist ein Ausdruck der hohen Resilienz der Waldbestände am Alsberger Hang. Gleichzeitig wird hier die Dominanz der Rotbuche auf den für sie sehr geeigneten Braunerde-Standorten deutlich. Mit ihrer Vitalität und Regenerationskraft lässt sie andere Baumarten wie die Trauben-Eiche kaum aufkommen.

Die weitere natürliche Entwicklung der Waldbestände am Alsberger Hang hängt entscheidend von der Intensität künftiger Störungen, wie erneuten Sturmwürfen, sowie von der Entwicklung der Wasserverfügbarkeit im Boden als Folge des Klimawandels ab. Letztere könnte in Zukunft zu veränderten Konkurrenzverhältnissen zwischen den Baumarten führen.

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