Published February 12, 2026 | Version 1.1
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Omnipräsente KI: Autonomie durch Kompetenz – Warum der Erwerb der alten Sprachen trotz KI nicht obsolet wird

Authors/Creators

  • 1. ROR icon Humboldt-Universität zu Berlin

Description

This talk explores the enduring relevance of classical language acquisition in the age of artificial intelligence (AI), arguing that despite the growing capabilities of AI systems, proficiency in ancient languages remains essential for genuine scholarly autonomy and deep understanding. Drawing on the example of the "Passio Perpetuae et Felicitatis", the presentation examines how AI tools - while useful as tutors, assistants, and even for exam creation - cannot replace the critical, interpretive, and hermeneutic competencies developed through direct engagement with original texts. The analysis highlights the limitations of AI in grasping historical context, implicit world knowledge, and nuanced textual variations across different manuscript traditions among other things. It further discusses the risks of cognitive offloading, superficial learning, and the erosion of intellectual sovereignty when relying on AI without deep linguistic and methodological foundations. The talk concludes that true academic independence in theological and philological research requires not just a fair and open access to AI, but a solid command of the source languages, enabling scholars to critically evaluate, interpret, and contextualise texts beyond what AI can generate.

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Dieser Vortrag untersucht die anhaltende Relevanz des Erwerbs klassischer Sprachen im Zeitalter der künstlichen Intelligenz (KI) und argumentiert, dass trotz der wachsenden Fähigkeiten von KI-Systemen die Beherrschung alter Sprachen für echte wissenschaftliche Autonomie und tiefes Verständnis nach wie vor unerlässlich ist. Anhand des Beispiels der „Passio Perpetuae et Felicitatis” untersucht der Vortrag, wie KI-Tools – obwohl sie als Tutoren, Assistenten und sogar für die Erstellung von Prüfungen nützlich sind – die kritischen, interpretativen und hermeneutischen Kompetenzen nicht ersetzen können, die durch die direkte Auseinandersetzung mit Originaltexten entwickelt werden. Die Analyse hebt die Grenzen der KI hervor, unter anderem beim Erfassen des historischen Kontexts, bei implizitem Weltwissen und nuancierten Textvariationen in verschiedenen Manuskripttraditionen. Darüber hinaus werden die Risiken des "cognitive offloading", des oberflächlichen Lernens und der Erosion der intellektuellen Souveränität diskutiert, wenn man sich ohne fundierte sprachliche und methodische Grundlagen auf KI verlässt. Der Vortrag kommt zu dem Schluss, dass echte akademische Unabhängigkeit in der theologischen und philologischen Forschung nicht nur einen fairen und offenen Zugang zu KI erfordert, sondern auch eine solide Beherrschung der Ausgangssprachen, die es Wissenschaftlern ermöglicht, Texte über das hinaus, was KI generieren kann, kritisch zu bewerten, zu interpretieren und zu kontextualisieren.

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Additional details

Funding

Deutsche Forschungsgemeinschaft
Daidalos-Projekt - Entwicklung einer Infrastruktur zum Einsatz von Natural Language Processing für Forschende der Klassischen Philologie 518919950

Dates

Updated
2026-02-16