Die Sozial(e) Arbeit zwischen 0 und 1: Eine Forschungsarbeit zur Nutzung von Videochatsoftware in der psychosozialen Beratung
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In der vorliegenden Bachelorarbeit «Die Sozial(e) Arbeit zwischen 0 und 1» der Hochschule Luzern (Soziale Arbeit) untersuchen die Autoren Etienne Albiez und Florian Huber, welche Erfahrungen Sozialarbeitende bei der Verwendung von Videochatsoftware in Beratungsgesprächen machen. Hierbei sollen Chancen, Risiken, Verbesserungsmöglichkeiten sowie Gedankenanstösse für die weitere Verwendung von Videosoftware in der sozialarbeiterischen Praxis gesammelt werden. Die Autoren entschieden sich die Datenerhebung durch Leitfrageninterviews mit Expertinnen und Experten durchzuführen. Diese wurden ebenfalls mit Videosoftware durchgeführt. Einleitend wird zuerst ein Blick auf mehrere, für die Thematik relevante theoretische Aspekte, geworfen werden. Hierzu gehört die Digitalisierung sowie Mediatisierung und der damit einhergehende gesellschaftliche Wandel, Partizipationselemente sowie die Einbettung der Videoberatung in den kommunikationspsychologischen, ethischen sowie rechtlichen Kontext. Diese theoretischen Aspekte werden im Anschluss mit den Ergebnissen der Leitfadeninterviews verknüpft.Die Befragten haben in den Interviews die besten Erfahrungen mit einem Mix aus verschiedenen Kommunikationsmethoden gemacht. Für die Autoren hat sich gezeigt, dass ein professionell eingesetztes Wechseln zwischen den Beratungsformen – auch als Blended Counseling bezeichnet – die beste Möglichkeit ist, den Bedürfnissen der Klientel entgegenzukommen. Die Interviews ergaben ausserdem, dass sich Videoberatung besonders bei jungen Personen und Personen mit eingeschränkter Bewegungsfreiheit, sowie bei grossen Distanzen gut eignet. Es gibt aber immer noch grosse Fragezeichen bei der Nutzung. So müssen die Fachpersonen Datenschutzbedenken bei der Klientel thematisieren, sich dagegen wehren, dass die Software primär aus Kostendruck eingesetzt wird und mit wenig wissenschaftlichen Datengrundlagen Qualitätssicherung ihrer Arbeit betreiben. Alle Befragten waren sich aber einig, dass Die Sozial(e) Arbeit zwischen 0 und 1 Etienne Albiez & Florian Huber Hochschule Luzern, Soziale Arbeit 2019 V Videosoftware Teil der zukünftigen Sozialberatung werden wird, damit die persönliche Beratung aber nicht ersetzt werden kann.