Eltern im Fokus: Qualitative Evaluation des Zürcher Eltern-Workshops zur Anbahnung sozialer Kommunikation bei kleinen Kindern mit Autismus
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Ziel der vorliegenden Masterarbeit ist eine vertiefte Evaluation des Eltern-Workshops zur Anbahnung sozialer Kommunikation für kleine Kinder im Kanton Zürich, der von Oktober 2024 bis Februar 2025 erstmals durchgeführt wurde. Das Gruppenformat kombiniert psychoedukative Inhalte, praktische Übungen und strukturierten Austausc unter Eltern. Es orientiert sich am TASK-Programm (PrechtlFröhlich, Noterdaeme, Jooss & Buschmann, 2019), wurde jedoch an die Bedürfnisse der heterogenen Gruppe in Zürich angepasst (Schneebeli & Winzenried, 2025). Ziel dieser Studie ist es, die Wahrnehmung der teilnehmenden Eltern in Bezug auf Organisation und Gestaltung, Wirkungen und Transfer sowie den Vergleich mit anderen Angeboten zu erfassen. Dafür wurden mit allen sechs Elternteilen der Pilot-Durchführung leitfadengestützte Interviews geführt. Die Auswertung erfolgte fall- und kategorienbasiert mittels inhaltlich strukturierender qualitativer Inhaltsanalyse nach Kuckartz & Rädiker (2024).
Die Ergebnisse zeigen, dass die Eltern den Workshop insgesamt sehr positiv bewerteten. Besonders hervorgehoben wurden das Präsenzformat ohne Kinder, die Kombination aus Gruppen- und Einzelterminen sowie die praxisnahen Inhalte sowie die abwechslungsreiche methodisch-didaktische Gestaltung. Wirkungen zeigten sich auf mehreren Ebenen: Auf Eltern-Ebene führten Austausch, individuelle Begleitung und „Lernen am Modell“ zu Entlastung, Motivation, neuen Erkenntnissen und konkreten Verhaltensänderungen im Alltag. Auf Kind-Ebene berichteten die Eltern – in unterschiedlicher Ausprägung – von erweiterten Kommunikationsversuchen, verbessertem Sprachverständnis bis hin zu Wortschatzzuwachs, was vor allem mit veränderten Eltern-Kind-Interaktionen in Verbindung gebracht wurde.
Die Eltern nahmen den Workshop als wertvolle Ergänzung zu bestehenden Angeboten wie Heilpädagogische Früherziehung oder Logopädie wahr. Als Alleinstellungsmerkmal stellte sich die Autismus-spezifische Ausrichtung sowie der konsequente Fokus auf die Eltern heraus. Zudem wurde deutlich, dass Informationsdefizite und Abhängigkeit von Empfehlungen den Zugang zu spezialisierten Angeboten erschweren.
Die Studie verdeutlicht, dass der Elternworkshop eine Lücke in der Angebotslandschaft schließt, indem er Eltern als zentrale Förderinstanz stärkt und intensive alltagsintegrierte Förderung ermöglicht. Sie liefert zugleich wichtige Hinweise für die Weiterentwicklung vergleichbarer Programme.
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