Published December 1, 2025 | Version v1
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Datenmanagement in interdisziplinären Teams an HAW – Chaos oder Chance?

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Interdisziplinäre Forschung an Hochschulen für Angewandte Wissenschaften bringt unterschiedliche Datenkulturen zusammen – und genau darin liegt ihr größtes Risiko wie auch ihre größte Chance. Der Workshop thematisiert die zentrale These, dass Datenchaos in interdisziplinären Projekten selten durch „schlechte Organisation“ entsteht, sondern durch strukturelle Unterschiede zwischen Disziplinen: Was als guter Standard gilt, welche Dateiformate genutzt werden, wie Metadaten verstanden werden, wie viel Dokumentation erwartet wird und welche rechtlichen Grenzen (Datenschutz, Urheberrecht, Nutzungsrechte) als kritisch wahrgenommen werden, unterscheidet sich oft fundamental.

Aus dieser Diagnose heraus entwickelt der Workshop ein Set an Leitideen für tragfähiges Forschungsdatenmanagement über Fachgrenzen hinweg. Erstens braucht interdisziplinäre Datenarbeit Übersetzungsarbeit zwischen Datenkulturen, nicht die Illusion einer einzigen „richtigen“ Vorgehensweise. Zweitens lassen sich Konflikte und Reibungsverluste deutlich reduzieren, wenn Teams Prozesse gemeinsam definieren, Werkzeuge bewusst kompatibel auswählen und Rollen klar verteilen (z. B. Data Stewardship, Datenverantwortung, Qualitätssicherung, rechtliche Prüfung). Drittens ist Langzeitverfügbarkeit ein gemeinsames Ziel aller Disziplinen: Proprietäre Arbeitsformate dürfen bleiben, müssen aber konsequent durch offene, archivierungsfähige Exporte ergänzt werden.

Der Workshop liefert damit ein praxisnahes konzeptionelles Fundament, wie Projekte an HAW ihre Daten so organisieren können, dass Zusammenarbeit effizienter wird, Ergebnisse nachvollziehbar bleiben und rechtliche Sicherheit sowie Wiederverwendbarkeit langfristig gewährleistet sind.

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Accepted
2025-11-20