swissfuture 03+04/25: Substanzen
-
Aicher, Helena Dorothea1, 2
- Buschner, Stephanie
-
Elliker, Florian
-
Reichle, Niklaus3
- Sroka, Kasia
- Azzola, Anna
- Brackemann, Katharina
- Cruz Gómez, Nicolás
- Hirsch, Selina
- Hügli, Anja
- Kiser, Stéphanie
- Kressel, Lea
- Offe, Brenda Marcia
- Sellmann, Melanie
- Schmidle, Nadja
- Schneeberger, Miel
- Tsapko, Oleksandra
- Waldvogel, Stella
Contributors
Editor (2):
Description
Psychedelische Substanzen erleben derzeit eine erstaunliche Sichtbarkeitswelle. Von einer «Renaissance» ist vielerorts die Rede und tatsächlich verschiebt sich, wie wir über Substanzen sprechen, forschen und gestalten. Diese Ausgabe nähert sich diesem Wandel: Wie werden Substanzen eingesetzt, dargestellt, beworben? Welche neuen Narrative entstehen, und welche alten wirken fort?
Ein zentraler Teil dieses Magazins entstand in Zusammenarbeit mit den Masterstudierenden des Studiengangs Trends & Identity der Zürcher Hochschule der Künste (ZHdK). Über drei Wochen hinweg haben sie recherchiert, Menschen getroffen, Gespräche geführt, Material gesammelt und visuelle wie textliche Beiträge erarbeitet. Entstanden ist ein vielschichtiger Zugang: ein Mapping als Einstieg in den «Substanzkosmos», eine Bildstrecke, die mikroskopische Aufnahmen mit popkulturellen Referenzen verknüpft, sowie zehn Porträts, die unterschiedliche Perspektiven auf Konsumpraktiken, Ästhetiken, Selbstmedikation, Rituale, Prävention und sogar einen Diensthund sichtbar machen. Ergänzend dazu sprachen die Studierenden mit dem Palliativmediziner Sivan Schipper über Potenziale und Grenzen psychedelischer Substanzen im klinischen Alltag.
Dazu treten drei Positionen, die das Thema analytisch vertiefen: Die Psychotherapeutinnen Stephanie Buschner und Helena Aicher geben Einblicke in die Psychedelika-assistierte Therapie, die in der Schweiz über BAG-Ausnahmebewilligungen bei therapieresistenten Depressionen, PTBS und Ansgstörungen bereits eingesetzt wird. Sie zeigen, wie therapeutisches Setting, Substanzwirkung und Integration zusammenwirken und wo klinischer Alltag und gesellschaftlicher Hype auseinandergehen. Die Soziologen Florian Elliker und Niklaus Reichle der Universität St. Gallen analysieren, wie Wissen, Regulierung und Kapital die entstehende psychedelische Ordnung prägen. Sie illustrieren dies anhand der zwei Schweizer Fallbeispiele rund um Fliegenpilz und Psilocybin. Und die Trendforscherin Kasia Sroka widmet sich den visuellen Codes des Psychedelika-Konsums. Sie zeigt, wie Bildwelten zwischen Wellness, Spiritualität und Kommerzialisierung neu entstehen und wie gesellschaftliche Trends diese Ästhetiken in den Mainstream verschieben.
Am Ende des Magazins bietet ein Glossar Orientierung zu zentralen Begriffen, eine kleine Navigationshilfe durch ein Feld, das zugleich wissenschaftlich, kulturell und alltagsnah ist.
Diese Sonderausgabe trägt auch visuell die Handschrift der Studierenden, deren frische Perspektive wir gemeinsam mit unserem Grafikstudio Barbieri Bucher umgesetzt haben. Die Ausgabe lädt dazu ein, sich in die Welt der Substanzen hineinziehen zu lassen – neugierig und offen.
Files
swissfuture-03-04-25-WEB.pdf
Files
(5.3 MB)
| Name | Size | Download all |
|---|---|---|
|
md5:ca353598cd61cdf0ca02c08455d4b402
|
5.3 MB | Preview Download |