Linking Löbbecke: Verknüpfung von Korrespondenz und Objektdaten der größten geschlossenen Erwerbung des Münzkabinetts Berlin
Description
Linking Löbbecke: Die Händlerkorrespondenz zur größten geschlossenen Erwerbung des Münzkabinetts Berlin
Christoph Klose (Berlin)
Die Erwerbung der Sammlung Löbbecke im Jahr 1906 ist der größte geschlossene Sammlungsankauf in der Geschichte des Münzkabinetts. Der Braunschweiger Bankier und Numismatiker Arthur Löbbecke (1850–1932) hatte eine gleichermaßen umfassende wie qualitätvolle Münzsammlung zusammengestellt. Zu den rund 28000 durch das Münzkabinett Berlin erworbenen
antiken griechischen Münzen aus seiner Sammlung liegen verschiedene Dokumente vor, die bislang weitgehend unausgewertet sind. Dazu zählt v.a. seine umfangreiche, in 36 Bänden vorliegende, handschriftliche Briefkorrespondenz mit Buch-, Münz- und Antikenhändlern, Auktionshäusern, Numismatikern, Archäologen und Sammlern, die 1932 auf Betreiben des Direktors des Münzkabinetts, Kurt Regling (1876-1935) erworben wurde. In ihr sind über 6.000 an Löbbecke gerichtete Schreiben aus dem Zeitraum zwischen 1872 und 1917 enthalten und nach Jahren und Briefpartnern sortiert. Dieses einzigartige wissensgeschichtliche Dokument erlaubt Einblicke in die Rekonstruktion von Löbbeckes Sammlung, aber auch allgemein in Prak-
tiken des Sammelns von Münzen und Antiken am Ende des langen 19. Jahrhunderts sowie die Rekonstruktion von Netzwerken. Unter den Korrespondenten sind die namhaftesten europäischen Sammler und Auktionshäuser der Zeit zu finden.
Anhand eines beispielhaften Datensatzes soll ein auf KI-Methoden basierender Workflow etabliert und erprobt werden, um diesen provenienzgeschichtlichen Schatz zu heben und in Einklang mit den FAIR-Kriterien digital bereitzustellen. Zentrale Elemente des Workflows sind: Die automatisierte Transkription der bereits digitalisierten Briefkorrespondenz (HTR), die Open-
Source-Bereitstellung dadurch spezifisch trainierter HTR-Modelle, die normdatenbasierte Anreicherung und Verknüpfung der Open-Access veröffentlichten Briefkorrespondenz sowie die Annotation eindeutig identifizierbarer Münzen in der Korrespondenz mit den Objektdaten aus dem Interaktiven Katalog des Münzkabinetts (IKMK). Dadurch kann die Objektgeschichte der 1906 ans Münzkabinett gelangten Stücke um die Dimension von Vorbesitzern und Veräußerern
erweitert und zugleich transparent mit den sammlungsgeschichtlichen Primärquellen verknüpft werden.
Dieses Poster ist für die Tagung "Digital Turn. Sammlungen – Provenienzen – Märkte", die am 27. und 28. November 2025 an der Humboldt-Universität zu Berlin stattfand, entstanden.
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- Issued
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2025-11-27