Wahr oder falsch reicht nicht: Neue Mittel gegen Desinformation
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Dieses Essay fordert ein Umdenken im Umgang mit Desinformation: Klassische Faktenchecks sind zwar wichtig, aber zu sachlich, zu akademisch und zu unwirksam, um breite Bevölkerungsgruppen zu erreichen und schon gar nict, um emotionale Reaktionen hervorzurufen. Statt bloß richtig vs falsch zu unterscheiden, braucht es neue, zielgruppenspezifische Formate, die Falschaussagen normativ-emotional einordnen und in größere Zusammenhänge einbetten. Aufbauend auf und ergänzend zu Faktenchecks sollten daher sogenannte Widerspruchschecks und Verstoßbilanzen eingeführt werden, die Widersprüche, Doppelmoral und Lügen öffentlicher Akteur:innen sichtbar machen – etwa durch einen „Vertrauens-Score“ nach dem Vorbild des Nutri-Scores. Ziel ist es, demokratische Diskurse zu stärken, Machtmissbrauch zu entlarven und Desinformation nicht nur zu widerlegen, sondern ihre gesellschaftlichen Folgen klar zu benennen und vor allem zu emotionalisieren.