Published June 30, 2023 | Version v1
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Bericht zu den Befragungsergebnissen Wissenschaftsmanagement an FHs und PHs

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Description

Als akademisch qualifizierte Hochschulmitarbeitende arbeiten Wissenschaftsmanager:innen nicht pri-mär im Leistungsauftrag der Hochschulen, sondern unterstützen beziehungsweise gestalten diesen aktiv. Das Kooperationsprojekt «Wissenschaftsmanagement an Fachhochschulen und Pädagogischen Hochschulen. Ausprägungen, Entwicklungspfade und Karrierewege» nimmt diese Personengruppe in den Blick. Mit dem Projekt soll einerseits eine «Informationsbasis» zu den Ausprägungen des Wissen-schaftsmanagements geschaffen und andererseits Ansätze für die Weiterentwicklungsbedarfe dieser Personengruppe eruiert werden. Da die Personengruppe überwiegend aus Frauen besteht, wurden Genderaspekten besondere Bedeutung beigemessen. Der vorliegende Bericht greift die wichtigsten Ergebnisse einer Online-Umfrage bei den Wissenschaftsmanager:innen des Projektverbunds auf, die im Oktober 2022 durchgeführt wurde.
Das Wissenschaftsmanagement ist mit rund 70% Frauen besetzt und bei knapp der Hälfte der Befrag-ten leben minderjährige Kinder im Haushalt. Die Mehrheit der Befragten hat einen Master abgeschlos-sen und vor der aktuellen Stelle berufliche Erfahrungen an Hochschulen oder in der Privatwirtschaft gesammelt. Rund die Hälfte der Wissenschaftsmanager:innen arbeitet seit weniger als fünf Jahren an der aktuellen Hochschule, die antwortenden Frauen sind jedoch häufiger weniger lange an ihrer Hoch-schule angestellt als Männer. Die Befragten sind mehrheitlich den Personalkategorien «administratives Personal» sowie «wissenschaftliche Mitarbeitende» zugeordnet. Die (zur überwiegenden Mehrheit (90%) unbefristet) angestellten Befragten nehmen ein durchschnittliches Arbeitspensum von 80% wahr, wobei die befragten Frauen ein leicht tieferes Pensum innehaben als die Männer. Insbesondere Frauen geben an, dass eine Tätigkeit in Wissenschaftsmanagement sich gut mit Privatleben und Fa-milie vereinbaren lässt. Knapp die Hälfte der Befragten ist «zentral» innerhalb des Rektorats bzw. Services angesiedelt.
Die Bereiche «Wissenschaftsmanagement/Third Space», «Organisations- und Leitungstätigkeiten» so-wie «administrative Aufgaben» bilden bei der Mehrheit der Befragten auch anteilsmässig umfangrei-chere Bestandteile der Arbeit, wohingegen Engagements in den Leistungsbereichen in geringerem Umfang erfolgen. Als wichtigste berufliche Aufgabengebiete werden Planungs- oder Management- /Geschäftsführungsfunktionen genannt. Gefragt nach den am häufigsten ausgeführten Tätigkeiten werden insbesondere Informations- und Beratungstätigkeit sowie Gremienarbeit und Administration angegeben. In der täglichen Arbeit sind selbstständiges Arbeiten, Planungs- und Organisationsfähig-keit sowie konzeptionelle Kompetenzen besonders gefragt. Vor allem zwei Faktoren waren für die aktuelle Beschäftigung ausschlaggebend: Interesse für den Bereich sowie eine Übereinstimmung mit den Fähigkeiten. Interessant ist in diesem Zusammenhang auch, dass die überwiegende Mehrheit das Berufsfeld Wissenschaftsmanagement nicht ursprünglich anstrebte.
Knapp 30% der Umfrageteilnehmenden geben an, Verbesserungen im Bereich Anerkennung in (eher) hohem Masse zu benötigen – demgegenüber stehen gut 35% der Antwortenden, die zu diesem Aspekt in geringem Masse oder überhaupt keine Verbesserungsbedarfe haben. Die Anerkennung scheint also für die Mehrheit der Befragten kein Thema zu sein. Fehlende Aufstiegschancen werden hingegen von 42% als Thema angegeben und Verbesserungspotential wird in diesem Bereich in (eher) hohem Masse insbesondere von den weiblichen Befragten festgestellt. 80% der Befragten würden ihre Tätigkeit weiterempfehlen, 60% identifizieren sich mit ihrer Arbeit und geben an, dass sie ihnen Spass macht.
Im Hinblick auf die weiteren Projektschritte waren Weiterbildungs- und Laufbahnaspekte von beson-derem Interesse. Die für ihre Arbeit wichtigen Fähigkeiten haben die Befragten insbesondere im Laufe der aktuellen oder vorherigen beruflichen Tätigkeit erworben oder sich durch zusätzliche Weiterbil-dungen angeeignet. Gefragt nach Weiterbildungsaktivitäten geben zwei Drittel der Befragten an, ak-tuell oder in naher Zukunft eine Weiterbildung zu machen. Am häufigsten wahrgenommene Weiterbil-dungsformen sind Weiterbildungsveranstaltungen, Tagungen und Konferenzen sowie Selbststudium. Gründe für eine (formale) Weiterbildung sind v. a. bessere Karrierechancen, Professionalisierung und Erwerb von weiteren Kompetenzen. Eine relevante Rolle hat auch die Austausch- und Vernetzungs-möglichkeit. Das Drittel, das keine Weiterbildung besucht oder plant gibt als Topantwort an, bereits ausreichend qualifiziert zu sein. Weiter wird genannt, dass Angebote zu wenig bekannt sind oder zu zeitintensiv. Zu den Fortbildungsangeboten kann zudem erwähnt werden, dass 38% keinen oder we-nig Verbesserungsbedarf sehen – dem stehen 30% gegenüber, die sich hier Verbesserungen in hohem bzw. eher hohem Masse wünschen.

Files

Gesamtbericht Wissenschaftsmanagement PHs und FHs.pdf

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Additional details

Funding

Swissuniversities
PgB P-7 Diversität, Inklusion und Chancengerechtigkeit in der Hochschulentwicklung (2021–2024)