Published July 16, 2025 | Version v1
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Posen, Proteste und Performances. Bewegungsphänomene im Archiv

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Description

Das Archiv bildet den Ausgangspunkt vieler prominenter Forschungsprojekte in den Digital Humanities und wird in der Regel mit Praktiken des Bewahrens und Erschließens von materiellem wie immateriellem Kulturerbe assoziiert. Anstatt das Archiv aber als Akkumulation von Dokumenten und Objekten zu betrachten, lässt es sich in Anlehnung an Foucault auch als "System der Diskursivität" verstehen, das vor dem Hintergrund sich wandelnder Machtstrukturen immer wieder neue Prozesse der forschenden Auseinandersetzung in Gang setzt. Ausgehend von diesem dynamischen Archiv­verständnis werde ich in meinem Vortrag mithilfe theater- und medien­wissenschaft­licher Forschungs­perspektiven den folgenden Fragen nachgehen: Welche Bewegungs­phänomene, Performance- und Darstellungs­traditionen, welche Choreografien, Reiserouten oder sozialen Zusammenschlüsse werden in (digitale und analoge) Archive aufgenommen? Wie tragen innovative digitale Verfahren zu wichtigen Erkenntnissen über diese Phänomene bei? Und welche Arten von Bewegungen entziehen sich einer daten­gestützten Herangehensweise? Ganz im Sinne einer erkenntnis- und macht­kritischen Auseinander­setzung mit Bewegungs­phänomenen rückt im Verlauf des Vortrags noch eine grundlegendere Frage zu den diskursiv bewegten und bewegenden Digital Humanities ins Blickfeld: Inwiefern die DH im deutsch­sprachigen Raum sich selbst als Bewegung definieren und/oder praktizieren lassen, ist eine Frage, die nach wie vor einer vertiefenden Adressierung bedarf.

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Video/Audio: 10.5281/zenodo.15780996 (DOI)