Posen, Proteste und Performances. Bewegungsphänomene im Archiv
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Das Archiv bildet den Ausgangspunkt vieler prominenter Forschungsprojekte in den Digital Humanities und wird in der Regel mit Praktiken des Bewahrens und Erschließens von materiellem wie immateriellem Kulturerbe assoziiert. Anstatt das Archiv aber als Akkumulation von Dokumenten und Objekten zu betrachten, lässt es sich in Anlehnung an Foucault auch als "System der Diskursivität" verstehen, das vor dem Hintergrund sich wandelnder Machtstrukturen immer wieder neue Prozesse der forschenden Auseinandersetzung in Gang setzt. Ausgehend von diesem dynamischen Archivverständnis werde ich in meinem Vortrag mithilfe theater- und medienwissenschaftlicher Forschungsperspektiven den folgenden Fragen nachgehen: Welche Bewegungsphänomene, Performance- und Darstellungstraditionen, welche Choreografien, Reiserouten oder sozialen Zusammenschlüsse werden in (digitale und analoge) Archive aufgenommen? Wie tragen innovative digitale Verfahren zu wichtigen Erkenntnissen über diese Phänomene bei? Und welche Arten von Bewegungen entziehen sich einer datengestützten Herangehensweise? Ganz im Sinne einer erkenntnis- und machtkritischen Auseinandersetzung mit Bewegungsphänomenen rückt im Verlauf des Vortrags noch eine grundlegendere Frage zu den diskursiv bewegten und bewegenden Digital Humanities ins Blickfeld: Inwiefern die DH im deutschsprachigen Raum sich selbst als Bewegung definieren und/oder praktizieren lassen, ist eine Frage, die nach wie vor einer vertiefenden Adressierung bedarf.
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