Persona: P Alvin Weierbach
Description
Im Rahmen des Forschungs- und Entwicklungsprojektes BIRD - Bildungsraum Digital wurden Personas entwickelt.
Als Modellvorstellungen potenzieller Nutzendengruppen dienen Personas dazu, die Bedürfnisse und Verhaltensweisen der Zielgruppen zu erfassen (Cooper, Reimann & Cronin, 2007). Sie tragen dazu bei, den Designprozess des BIRD-Projekts konsequent an den Bedürfnissen und Erwartungen der Nutzenden auszurichten.
Alle Personas werden in einem einheitlichen Template dargestellt, das wichtige Lebensstationen, Lernerfahrungen und digitale Nutzungsgewohnheiten sowie eine erste Idee von der Interaktion mit BIRD abbildet. Dieser Begleittext bietet dazu eine knappe Erläuterung zu den Personas und ihrer Entstehung, die es ermöglichen soll, sie angemessen im Gesamtzusammenhang einzuordnen. Anpassungen bei den Personas sind im Projektzeitraum möglich.
Warum haben wir Personas im Kontext von BIRD entwickelt?
Eine Persona steht stellvertretend für eine ausgewählte Nutzendengruppe von einer gegebenenfalls größeren Anzahl von Nutzendengruppen, in die die User auf Basis unterschiedlichster Kriterien eingeteilt werden können. Personas sind wichtig, da sie die Bedürfnisse, Ziele und Verhaltensweisen einer möglichen Zielgruppe greifbar machen. Sie sind ein Mittel, um die Nutzenden in den Fokus zu stellen und zu berücksichtigen, wie die Formulierung von Anforderungen, Designüberlegungen sowie die allgemeine Konzeption der angestrebten Plattform nutzendenzentriert erfolgen können. Es geht unter anderem darum, zu analysieren und darzustellen, wie offen verschiedene Zielgruppen grundsätzlich gegenüber der Nutzung von BIRD sind und welche spezifischen Ansprüche sie an die Anwendung stellt. Darüber hinaus soll die Heterogenität im deutschen Bildungssystem sichtbar werden. Hinterfragt und vermieden werden hingegen die stereotype Darstellung von Nutzenden.
Die Personas stehen stellvertretend für die Nutzenden von BIRD und geben ihnen eine konkretere Form als einfache statistische Werte oder beschreibende Klassifikationen. Dies ist insbesondere wichtig, wenn es noch keine realen Nutzenden gibt, die als Orientierung für die nutzendenzentrierte Gestaltung eines digitalen Bildungsraumes dienen können.
Die Personas sind als abstrakte Zielgruppenbeschreibungen unter Umständen in sich konsistenter als reale Personen. Sie wirken gemäßigt und bilden kaum Extreme ab. Dennoch werden auch speziellere und seltenere Eigenheiten und Verhaltensmuster berücksichtigt, um nicht nur den Durchschnitt oder eine wie auch immer definierte, der Mehrheit entsprechende Nutzungspräferenz abzubilden. Auch wenn es nicht realistisch ist, mögliche 80 Millionen Nutzenden komplett abzubilden, wird es auf diesem Weg möglich, ein etwas breiteres Spektrum von ihnen einzubinden.
Warum haben wir genau diese Personas gewählt?
Da BIRD bzw. eine vergleichbare Vernetzungsinfrastruktur potenziell von allen in Deutschland Lehrenden und Lernenden genutzt werden kann, ist der mögliche Personenkreis, der erfasst, segmentiert und beschrieben werden muss, sehr groß. Der Fokus bei den Personas liegt vorrangig auf Nutzendengruppen aus dem Schul- und Hochschulbereich und darauf, welche Erwartungen und Voraussetzungen diese mitbringen. Eine Auflistung dieser Personas findet sich hier: https://doi.org/10.5281/zenodo.10075886
BIRD soll Menschen über deren gesamten Bildungsweg begleiten. Eine erste Verortung und Klassifikation der Personas richtet sich nach dem jeweils aktuellen Bildungsstatus, der mit den einzelnen Stationen im Bildungssystem verbunden ist. Dies bezieht sich beispielsweise auf die Einstufung als Schüler*innen und Student*innen. Damit verbunden bilden formales, institutionelles Lernen und die (anstehenden) Übergänge von einem in einen anderen definierten Bildungsbereich, etwa am Ende der Schulzeit, den Schwerpunkt bei der Beschreibung der Personas.
Im Fokus stehen Lernende sowie ihr direktes Umfeld, dazu zählen Lehrende und Erziehungsberechtigte. Diese werden ebenfalls als Lernende betrachtet, nehmen aber häufig eine Doppelrolle und verschiedene Perspektiven ein, da sie sowohl für das eigene Lernen als auch für das anderer Verantwortung tragen. Innerhalb einzelner Bildungsbereiche können Personen und damit auch Personas formal unterschiedliche Positionen innehaben, je nachdem, ob sie als Lernende oder Lehrende auftreten.
Welche Kenntnisse können wir bei der Entwicklung von Personas für BIRD einbinden?
Bei der Zusammenstellung von Personas und den Szenarien, in denen sie auftauchen, werden unterschiedliche Ansätze verfolgt. Ausgangspunkt für alle Personas, die in BIRD entwickelt wurden und werden, sind umfassende Diskussionen. Sie vereinen theoretische und praktische Expertise zu unterschiedlichsten Bildungs-, Technologie-, Informations- und Designfragen im Zusammenhang mit Lehre im Schul- und Hochschulbereich, Digitalisierung im Bildungswesen, (bildungs-)politischer Rahmenbedingungen, kultureller Bildung und interkulturelle Kommunikation. Alle Beteiligten sind mit den Erfahrungen, Entscheidungen und Prozessen von Lernenden und potenziellen Nutzenden vertraut und verfügen über das Wissen zur Abstraktion sowie zur theoretischen und empirischen Einordnung. Expertise aus den Bildungswissenschaften sowie der Pädagogik und Erwachsenenpädagogik, Kognitionswissenschaften und Psychologie fließen genauso ein wie Politik-, Kommunikations-, Medien- und Sprachwissenschaften.
Eine erste grobe Einteilung und die Zuschreibung von Merkmalen verschiedener Nutzenden stützt sich, in einem in der Literatur auch als assumption-based beschriebenen Ansatz (Jansen, Salminen, Jung & Guan, 2021), auf begründete Annahmen über die mögliche(n) Zielgruppe(n). In einer ersten Entwicklungsphase sind die Personas vor allem informiert durch
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persönliche und geteilte Erfahrungen,
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theoretisches Wissen sowie Modelle und
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den empirischen Forschungsstand der Disziplinen bzw. Gebiete, die im Zusammenhang von Bildung und digitalen Gewohnheiten relevant sind.
Referenzen sind zu jeder Persona einzeln hinterlegt.
Welche Darstellung haben wir für die Personas gewählt?
Im Projektkontext werden alle entwickelten Personas in einem einheitlichen Template präsentiert, folgen also einem einheitlichen Aufbau. Jede Persona wird mit Namen, Alter, einem KI- generierten Bild und einer Auswahl an Fakten eingeführt. Die bisherigen, aktuellen und teilweise auch zukünftigen Lebensstationen der Persona werden tabellarisch dargestellt. Die Situation, in der sich die Persona befindet, ist durch ihren “Status” definiert und zusätzlich jeweils visuell hervorgehoben. Die Personas sind in der gewählten Form grundsätzlich statisch. Damit bleibt auch ihre angenommene Nutzung von BIRD auf eine bestimmte, festumrissene Phase ihres Lebens und die in diesem Moment zugeschriebenen Besonderheiten beschränkt.
In einem kurzen Text stellt sich die Persona selbst vor. Thematisiert werden sowohl private als auch berufliche bzw. schulische Aspekte sowie die mehr oder weniger vorhandene Affinität zur Nutzung digitaler Werkzeuge im Alltag und für das Lernen oder Lehren. Darauf folgen Abschnitte zu "Lernerfahrungen und Selbstbild" sowie dem genutzten "Medienrepertoire", die detaillierter aus der Kurzvorstellung abgeleitet werden. Schematisch wird in diesem Zusammenhang auch auf die drei Schlüsselelemente von BIRD, sich informieren, sammeln & erarbeiten und entdecken & vernetzen, verwiesen. Sie stellen die Verbindung zwischen den Möglichkeiten von BIRD und den Interessen der Nutzenden dar (Bustorff, Tille, Wisniewski, Blum & Lucke, 2023).
Eine zentrale Idee für die Nutzung von BIRD ist außerdem die Verknüpfung mit einer Data Wallet, um persönliche Daten, Lernstände und Zertifikate zu speichern und zu synchronisieren. In der Data Wallet hinterlegte Daten werden – so die Annahme – genutzt, um Nutzenden personalisierte Empfehlungen zu Diensten, Informationen und Lehr-Lernartefakten auszusprechen. Zur Illustration werden für die Personas in der Data Wallet zwischen den "allgemeinen Identitätsattributen", hinterlegten “Zertifikaten und Zeugnissen”, gespeicherten “Lernständen” und verknüpften “Services” unterschieden, die von Persona zu Persona passend variieren.
Alle Einträge, die in dem Template hinterlegt sind, geben zusammen einen Eindruck von einer Persona und liefern Details, um die Umsetzung und Implementierung nutzendenzentriert zu unterstützen.
Alle Personas sind unter Lizenz CC BY 4.0 veröffentlicht.
Bibliographie:
Bustorff, A., Tille, R., Wisniewski, S., Blum, F., Lucke, U. (2023). Nutzungsanforderungen, pädagogische Überlegungen und Grobstruktur einer digitalen Vernetzungsinfrastruktur für die Bildung. e-learning and education, Iss. 15.
Cooper, A., Reimann, R., Cronin, D. (2007). About Face 3: The Essentials of Interaction Design. Wiley Pub.
Jansen, B. J., Salminen, J., Jung, Sg., Guan, K. (2021). Selecting the Appropriate Persona Creation Method. In: Data-Driven Personas. Synthesis Lectures on Human-Centered Informatics. Springer, Cham. https://doi.org/10.1007/978-3-031-02231-9_10 . S. 309-313.
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- Publication: urn:nbn:de:0009-5-57936 (URN)
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2024-08-16Version_1
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2024-10-18Version_V2