Published October 8, 2024 | Version v1
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Gemeinsame Infrastrukturen und Services zum Forschungsdatenmanagement in, aus und für Baden Württemberg

  • 1. Universität Konstanz
  • 2. Universitätsrechenzentrum der Universität Heidelberg

Description

In Baden-Württemberg gibt es bereits etliche Landesdienste und -services, die Bedarfe aus dem  Forschungsdatenmanagement adressieren. Ein synergetischer weiterer Ausbau dieser Dienste sowie deren Anpassung an sich wandelnde Bedarfe auch in Hinblick auf unterschiedliche  Hochschularten sind die großen Herausforderungen für die nächsten Jahre, denen sich unter anderem die Landesinitiative für Forschungsdatenmanagement bwFDM verschrieben hat. Dieses Poster bietet einen kurzen Überblick über bestehende Infrastrukturen und zeigt, wie wir als Landesinitiative diese nutzen und im Rahmen unseres Auftrags erweitern und komplementieren.

Baden-Württemberg bietet seinen Forschenden die Möglichkeit zur Speicherung großer Mengen an heißen Forschungsdaten (im Rahmen der Speicherdienste LSDF Online Storage, SDS@hd und bwSFS) und kalten Forschungsdaten (im Rahmen des Archivierungsdienstes BwDataArchive). Darüber hinaus wird der Landesdienst bwSync&Share zum kollaborativen Arbeiten mit kleineren Datenmengen angeboten. Ferner existieren Zugangsmöglichkeiten zu Rechen- und Speicherressourcen über Portale wie z.B. bwVisu und das bwUniCluster. So bietet bwVisu beispielsweise gängige Forschungssoftware und Apps in einer vorinstallierten virtuellen Forschungsumgebung an und ermöglicht deren nutzerfreundliche Ausführung auf Rechenkapazitäten von bwFHPC-Clustern mit einem integrierten Zugriff auf Speicherressourcen des Dienstes SDS@hd. bwHPC beinhaltet mit High Performance Computing (neben Data Intensive Computing und Large Scale Scientific Data Management) die Bereitstellung von Rechenleistung zur Forschung mittels thematischer Cluster, die durch verschiedene Standorte in Baden-Württemberg zur Verfügung gestellt werden. Nutzungsberechtigt sind generell alle Mitglieder der baden-württembergischen Hochschuleinrichtungen. Zusätzlich wird über den Landesdienst bwCloud Zugriff auf virtuelle Maschinen bereitgestellt, die für Forschungsprojekte genutzt werden können. Das bwSupport-Portal bietet eine Infrastruktur für eine Anlaufstelle für Nutzende verschiedener (Landes-)Dienste. So werden Rückfragen zu High-Performance-Diensten (bwUniCluster, bwForCluster) ermöglicht, aber auch die Dienste bwSync&Share, bwCloud und bwDataArchive ermöglichen Nutzenden eine Kontaktaufnahme über diese Plattform (Stand April 2024). Der Dienst steht allen Mitgliedern der beteiligten Institutionen der DFN-AAI zur Verfügung und ist deshalb einem breiten Nutzer*innenkreis gegenüber offen.

Beim Aufbau neuer Services und Infrastrukturangebote greifen wir bevorzugt auf bestehende Infrastrukturen zurück, um Doppelstrukturen zu vermeiden und synergetisch arbeiten zu können. So sieht zum Beispiel eine Implementierung des bwHelpdesks für FDM eine Kollaboration von FDM-Expert*innen unterschiedlicher Forschungsstandorte vor. Dieser Helpdesk soll eine erste, niedrigschwellige Anlaufstelle für FDM-bezogene Fragen in Baden-Württemberg bieten und dabei auch Beratungsbedarfe kleinerer Hochschulen ohne eigene, dedizierte FDM-Servicestelle decken. Neben der direkten Klärung von Anfragen versteht sich der Helpdesk auch in einer Art Mediatorenrolle, d. h. vorgesehen ist z. B. auch eine Vermittlung von Fragenden an disziplinspezifische Helpdesk der NFDI-Konsortien. Die workflowbezogene Implementierung des Helpdesks ist über das landeseigene Ticketsystem bwSupport vorgesehen, was den Wartungs- und Kostenaufwand der technischen Infrastruktur minimiert. Gleichzeitig vereinfacht die Nutzung dieses Systems die Weiterleitung von Anfragen an Helpdesks anderer Landesdienste bzw. das hinzuziehen von deren Expertise (je nach Anfrage), da diese zumindest in Teilen dasselbe Ticketsystem verwenden. 

Als gemeinsame Forschungsdatenmanagement-bezogene Infrastruktur im deutschsprachigen Raum betreiben wir als Landesinitiative bwFDM die zentrale Informationsplattform forschungsdaten.info. Technisch wird die Plattform über das Content-Management-System der Universität Konstanz in Baden-Württemberg gehostet und auch die Chefredaktion des mittlerweile gut 70 Personen umfassenden Redaktionsteams obliegt der Landesinitiative bwFDM. Inhaltlich wird die Plattform von FDM-Spezialist*innen des gesamten deutschsprachigen Raums in kompetenzbezogener Synergie gepflegt, verwaltet und weiterentwickelt.

Infrastruktur in einem nicht-materiellen Sinne gefasst, beinhaltet auch die Bereitstellung von Plattformen für Austausch und Vernetzung. In diesem Rahmen organisiert bwFDM in zweijährigem Turnus die Konferenzreihe E-Science-Tage, welche sich als eine der führenden Tagungen zu Forschungsdatenmanagement und Open Science etabliert hat. Unter derselben Auffassung organisiert und ermöglicht die bwFDM ebenfalls den Austausch zwischen Vertretern von Hochschulen und Universitäten des Landes Baden-Württemberg im Rahmen des Arbeitskreises Forschungsdatenmanagement, sowie die Abstimmung der Vertreter der bwHPC-Betreibenden.

Files

2024-08-29_Poster_DINI_bwFDM_GemeinsameInfrastrukturenUndServicesZumForschungsdatenmanagementInAusUndFuerBadenWuerttemberg.pdf

Additional details

Funding

Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg