Roman silver transformed: Hacksilber, its nature, uses and effects
Description
Abstract
Hacksilber is perhaps the least glamorous form of precious metal in the Roman world. These cut and crushed fragments of silver have received much less attention than intact plate or coinage. Yet their transformation casts fresh light on how silver was used in and beyond the late Roman world. Detailed study reveals that the initial division of most Hacksilber was careful, and correlated to Roman weight standards. This indicates that the transformation was mostly for economic motives, converting plate to bullion inside the empire. Some hoards show a clear connection to usurpers, suggesting a political motive in creating bullion to retain troop loyalty.
Hacksilber is attested from the second century to the seventh. Its distribution shifted over time with changing economic and political circumstances. It peaked in the fourth and fifth centuries in north-west Europe, on both sides of the frontier. Hoards vary from those with a minor Hacksilber component in a plate or coin hoard (A), through ones dominated by Roman Hacksilber (B), to hoards of local Hacksilber with a minor component of Roman (C). These show a broad shift from inside to outside the Roman world. Their movement beyond the frontier most likely relates to payment for military service or payment of subsidies; there is no strong evidence that loot was a dominant process.
Hacksilber often shows evidence of multiple cycles of cutting and reduction, indicating wide circulation. It acted as both a store of wealth and a raw material, used especially for jewellery. Key questions remain over the reasons for its rather patchy distribution across Europe, linked perhaps to the longevity of earlier denarii in barbaricum and perhaps to differing views of the relative values of gold and silver in different areas. Seen at a broad scale, the transformation of silver plate to Hacksilber and its subsequent reuse for local prestige goods shows the shifting values of Roman precious metal in late Antiquity.
Zusammenfassung
Hacksilber ist wohl die unscheinbarste Form von Edelmetall in der römischen Welt. Den zerschnittenen und zerdrückten Silberfragmenten wurde viel weniger Aufmerksamkeit geschenkt als intakten Platten oder Münzen; sie werfen jedoch ein neues Licht darauf, wie Silber in der spätrömischen Welt und darüber hinaus verwendet wurde. Eine detaillierte Untersuchung zeigt, dass die erste Zerteilung eines intakten Objekts sorgfältig und nach römischen Gewichtsnormen erfolgte. Dies deutet darauf hin, dass es vor allem wirtschaftliche Gründe waren, derentwegen Gefässe aus Edelmetall innerhalb des Reiches in kleinere Werteinheiten zerteilt wurden. Einige Horte weisen eine klare Verbindung zu Usurpatoren auf, die sich aus politischen Gründen mit Hacksilber die Loyalität der Truppen sichern wollten.
Hacksilber ist vom 2. bis zum 7. Jahrhundert bezeugt. Seine Verbreitung veränderte sich im Laufe der Zeit mit den sich wandelnden wirtschaftlichen und politischen Verhältnissen. Im 4. und 5. Jahrhundert erreichte es in Nordwesteuropa auf beiden Seiten der römischen Grenze seinen Höhepunkt. Das Spektrum der Schatzfunde umfasst Gefäss- oder Münzhorte mit einem geringen Hacksilberanteil (A) und Horte mit überwiegend römischem Hacksilber (B) bis hin zu Horten mit mehrheitlich lokalem Hacksilber und nur wenig römischem Material (C). Dabei zeigt sich eine breite Verlagerung von innerhalb der römischen Grenzen nach ausserhalb – Letzteres wahrscheinlich in Zusammenhang mit der Bezahlung von Sold oder politischen Zuwendungen. Es fehlen jedenfalls deutliche Hinweise, dass es in erster Linie um Beute ging.
Hacksilber weist oft Spuren von mehrfachem Zerschneiden und Zerkleinern auf, was seine weite Zirkulation belegt. Es diente sowohl als Wertanlage als auch als Rohstoff, der insbesondere für die Schmuckherstellung verwendet wurde. Die Gründe für seine recht uneinheitliche Verbreitung in Europa sind noch unklar; vielleicht hängen sie mit der Langlebigkeit früherer Denare im Barbaricum und mit der unterschiedlichen Auffassung über den relativen Wert von Gold und Silber in verschiedenen Gebieten zusammen. Aufs Ganze gesehen, belegt die Umwandlung von Silbergefässen in Hacksilber und dessen Weiterverwendung für lokale Prestigegüter den sich verändernden Wert von römischem Edelmetall in der Spätantike.
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- Is published in
- Book: 10.19218/3906897882 (DOI)
Dates
- Issued
-
2024