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Published August 10, 2024 | Version v1
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Der Corona-Vulkanausbruch: Verwirrungen in der großen Krise

Description

Die Corona-Krise der Jahre 2020-2022 war das dramatischste Ereignis der letzten Jahrzehnte und brachte das Leben der meisten Menschen in einem Maße durcheinander, das man nicht für möglich gehalten hätte. Wie kann man diese gravierende Krise im Nachhinein verstehen? Wie kann man die Fehler aufarbeiten und für die Zukunft daraus lernen?

Es gibt Rufe nach politischer Aufarbeitung, aber in diesem Buch geht es um die inhaltlichen Fragen: Welche Rolle hat die Wissenschaft gespielt? Welche Verbots-Maßnahmen haben überhaupt funktioniert? Haben sich Demokratie und Rechtsstaat bewährt? Welche Länder haben die Krise am besten bewältigt, und worin besteht überhaupt “Bewältigung”? Gab es die Möglichkeit, das Virus zu “kontrollieren”, und konnten wir “die Pandemie beenden”?

Über all diese Fragen herrschte oft viel Verwirrung, die in Medien und Politik wenig thematisiert wurde. Politikerinnen und Politiker wollten Tatkraft ausstrahlen, und die etablierte Wissenschaft konnte ihre Kompetenz und Relevanz darstellen. Aber hatte das massive politische Handeln überhaupt klaren Erfolg? Hatte die Wissenschaft eindeutige Lösungen anzubieten? War die Angst vor dem gefährlichen Virus rational? Haben wir die Ursachen der Pandemie und ihrer Wellen verstanden?

Diesen Verwirrungen geht dieses Buch nach, aber es bietet in den meisten Fällen keine eindeutigen Antworten. Eine These steht allerdings im Vordergrund: Die Pandemie ist offenbar als eine Art “Flächenbrand” missverstanden worden, den man mit massiver Eindämmung “löschen” oder zumindest abmildern konnte. Stattdessen hätte man die Corona-Pandemie vielleicht eher als eine Art “Vulkanausbruch” behandeln sollen, oder ein Erdbeben, das unvermeidbare Schäden hinterlässt, uns aber zu einem robusteren Wiederaufbau drängt. Auch unsere Demokratie, unsere öffentliche Diskussionskultur und unsere Wissernschaftsorganisationen sollten wohl robuster und weniger anfällig für Panik werden. Ein solcher Wandel muss nicht unbedingt auf tiefem Verständnis beruhen, sondern kann vielleicht auch durch Einsicht in die Beschränktheit unseres Wissens entstehen.

Das Buch besteht aus vier einführenden Kapiteln und 50 alfabetisch sortierten Kapiteln zu einzelnen Verwirrungen, die unabhängig voneinander gelesen werden können. Es gibt immer wieder Querverweise zu anderen Kapiteln.

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