Published March 4, 2024 | Version v1

MOORuse Paludikulturen für Niedermoorböden in Bayern - Etablierung, Klimarelevanz & Umwelteffekte, Verwertungsmöglichkeiten und Wirtschaftlichkeit

  • 1. Hochschule Weihenstephan-Triesdorf, Institut für Ökologie und Landschaft, Peatland Science Centre
  • 2. Fraunhofer- Institut für Bauphysik (IBP), Arbeitsgruppe Feuchtemanagement
  • 3. Donaumoos Zweckverband
  • 4. Technologie- und Förderzentrum im Kompetenzzentrum für Nachwachsende Rohstoffe, Abteilung Biogene Festbrennstoffe
  • 5. Hochschule Weihenstephan-Triesdorf, Professur für Boden und Standortkunde, Fakultät Land- und Ernährungswirtschaft
  • 6. Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft, Umweltökonomik und Ressourcenschutz
  • 7. Johann Krimmer Samen und Pflanzen für naturnahes Grün
  • 8. Hochschule Weihenstephan-Triesdorf, Institut für Gartenbau, Professur für Bodenkunde und Pflanzenernährung, Fakultät Gartenbau und Lebensmitteltechnologie
  • 9. Arbeitsgemeinschaft Schwäbisch Donaumoos e.V.
  • 10. Hochschule Weihenstephan-Triesdorf, Institut für Ökologie und Landschaft, Professur für Zoologie
  • 11. Typha Technik Naturbaustoffe
  • 12. Technische Universität München, TUM Campus Straubing für Biotechnologie und Nachhaltigkeit, Lehrstuhl für Biogene Polymere

Description

Die Ergebnisse der Untersuchungen im MOORuse-Projekt zeigen eindeutig das Klimaschutzpotenzial, welches durch eine Wiedervernässung von organischen Böden und der anschließenden landwirtschaftlichen Nutzung als Paludikultur erreicht werden kann. Mit einem derzeitigen Emissionsfaktor von 13,0 ± 13,9 t CO2-Äq. ha1 a1 ergibt sich ein Reduktionspotential von bis zu 53,4 t CO2-Äq. ha1 a1 bei der Umwandlung von drainierten Ackerflächen in Niedermoorpaludikulturen. Damit weisen die Niedermoorpaludikulturen die aktuell höchste empirisch nachgewiesene Klimaschutzleistung aller Maßnahmen zur Minderung von THG-Emissionen im Landnutzungs-Sektor auf und können vermutlich als eine der effizientesten und kostengünstigsten natürlichen Klimaschutzlösungen angesehen werden. Gleichzeitig führen Paludikulturen zur einer naturschutzfachlichen Aufwertung der landwirtschaftlichen Flächen und bieten zahlreichen gefährdeten Tierarten einen potentiellen Lebensraum. Die erhobenen THG-Bilanzen belegen, dass eine maximale Klimaschutzleistung bei einem mittleren jährlichen Grundwasserstand von −7 cm erreicht werden kann. Bei diesem mittleren Grundwasserstand zeigen alle sechs getesteten Pflanzenarten eine sehr hohe Produktivität von bis zu 12,42 ± 2,24 t ha1. Nach dem aktuellen Stand der Forschung scheinen Dämm- und Baustoffplatten, Verpackungsmaterialien sowie biobasierte Kunststoffe - zumindest in der kurzfristigen Umsetzung von Paludikulturen - am vielversprechensten in der Nutzung der anfallenden Biomasse. Trotz der hohen Produktivität und potentiellen Eignung für diverse Verwertungsoptionen ergeben sich aktuell für alle untersuchten Paludikulturen noch negative Deckungsbeiträge.  Dies resultiert daraus, dass es bisher noch keine marktetablierten Veredelungsprodukte gibt. Die im MOORuse-Projekt ermittelten Werte stellen aktuell die Basis für die Ausgestaltung der Förderung im Moorbauernprogramm welches ab 2024 verfügbar ist. Bei einer zusätzlichen Monetarisierung von THG-Vermeidungskosten ist der Anbau von Paludikulturen im Vergleich zu einer konventionellen Landbewirtschaftung auf Niedermoorflächen bereits jetzt volkswirtschaftlich vorteilhafter.

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Abschlussbericht MOORuse.pdf

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