Published September 8, 2023 | Version v1
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Eruierung potenzieller Hochrisikofälle von Tötungsdelikten an Frauen innerhalb einer Partnerschaft im Rahmen der Opferberatung: Erkenntnisse für die BIF Beratungsstelle für Frauen gegen Gewalt in Ehe und Partnerschaft

Authors/Creators

  • 1. Hochschule Luzern – Soziale Arbeit

Description

Gegenstand der vorliegenden Untersuchung ist die Frage, wie potenzielle Hochrisikofälle von Tötungsdelikten an Frauen innerhalb einer Partnerschaft im Rahmen der Opferberatung erkannt und die Gefährdung professionell eingeschätzt werden kann. Am Beispiel der BIF Beratungsstelle für Frauen gegen Gewalt in Ehe und Partnerschaft (BIF) verfolgt die Arbeit das Ziel, die Thematik aus verschiedenen Blickwinkeln zu beleuchten, das Fachwissen aufzubereiten und Empfehlungen für einen professionellen Umgang mit Hochrisikofällen in der Beratung abzuleiten. Am Anfang werden Beratungskonzept, Auftrag sowie Einbettung der BIF im Bedrohungsmanagement des Kantons Zürich vorgestellt und eine Übersicht der aktuellen politischen Forderungen erstellt. Anschliessend folgt ein Überblick über den aktuellen Forschungsstand zum Thema Risikofaktoren und Dynamiken für schwere Gewalt und Tötungsdelikte. In einem weiteren Schritt werden die klinisch/intuitive und mechanische Vorgehensweise verglichen und drei verschiedene opferzentrierte Modelle präsentiert, die bei der Gefährdungseinschätzung beigezogen werden können. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Risikoeinschätzung eine zentrale Aufgabe der BIF ist, die jedoch auf politischer und strategischer Ebene derzeit nicht prioritär behandelt wird. Um potenzielle Hochrisikofälle von Tötungsdelikten an Frauen in der Opferberatung zu erkennen und die Gefährdung professionell einzuschätzen, bedarf es sensibilisierter Fachkräfte und fundierter Kenntnisse über Risikofaktoren und -dynamiken. Strukturierte klinische Verfahren bieten eine geeignete Methode zur Risikoeinschätzung, die auf wissenschaftlich fundierten Risikofaktoren basieren und das Fachwissen der beurteilenden Person ebenfalls miteinbeziehen. Es zeigt sich, dass die BIF zu diesem Zweck geeignete Modelle benötigt, um Hochrisikofälle zu identifizieren, Sicherheitspläne zu begründen und die Kommunikation und Koordination zwischen Fachkräften verbessern zu können. Die Umsetzung dieser Empfehlungen erfordert Weiterbildung und Austausch mit anderen Fachstellen. Abschliessend wird festgehalten, dass eine Risikobewertung nicht darauf abzielen sollte, ein Tötungsdelikt vorherzusagen oder zu prognostizieren, sondern vielmehr als Grundlage für eine angemessene Sicherheitsplanung dienen sollte.

Notes

+ Code Diss LU: hslusa mas sar + Fussnote: Master-Arbeit MAS Sozialarbeit und Recht, Hochschule Luzern – Soziale Arbeit, 2023 + NL-Code: NLLUHSA202401

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2023_MAS_SAR_Kaufmann.pdf

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