Weberei als episteme und die Genese der deduktiven Mathematik
Authors/Creators
- 1. Deutsches Museum von Meisterwerken der Naturwissenschaft und Technik
Description
Platon spricht im Dialog Politikos von der Arithmetik der Pythagoreer als Vorbild reinen Wissens. Diese Zahlentheorie gilt in der Mathematikgeschichte als Ausgangspunkt der deduktiven Mathematik im antiken Griechenland. Sie unterscheidet Zahlen nach Gerade und Ungerade und nach Teilbarkeitseigenschaften. Die Zwei ist halbierbar und weiblich, die Eins unteilbar und männlich. Weil man für derartige Zahlklassen keine Anwendungsgebiete kennt, gelten sie als rein logische Erfindung. Ellen Harlizius-Klück weist in ihrer Arbeit nach, dass sowohl die Zahleigenschaften, als auch die an ihnen verhandelten Fragen der Erzeugung des Kosmos, aus der Weberei stammen. Diese lieferte mit ihren Geweben die frühesten technischen und aus diskreten Elementen erzeugten Bilder und Muster und wies den Weg zur Repräsentation einer Welt, die technisch reproduzierbar und vollständig formalisierbar ist.
Files
Dissertation_Harlizius-Klück.pdf
Files
(6.3 MB)
| Name | Size | Download all |
|---|---|---|
|
md5:9877b69cac51273ef755808f3109cfa2
|
6.3 MB | Preview Download |