Published October 9, 2023 | Version v1

Neue Modelle zur Umsetzung von regionalen Agrarnaturschutzmaßnahmen in Deutschland mit Kooperativen

Authors/Creators

  • 1. Deutscher Verband für Landschaftspflege (DVL) e.V.

Description

Das Thema einer überbetrieblichen Umsetzung von Agrarnaturschutzmaßnahmen wird in Deutschland
und in Europa nach wie vor vielfältig diskutiert. Damit soll der Rückgang der Biodiversität in der Kulturlandschaft
effizienter verhindert und dabei die Kompetenzen der landwirtschaftlichen Betriebe stärker
in diese Aufgabe einbezogen werden. In Zusammenschlüssen und mit der Umsetzung auf der Basis eines
Fachkonzepts mit Landschaftsbezug sollen Förderprogramme effektiver wirken. Die Konzepte sollen sowohl
im Ackerland als auch im Grünland greifen.
Seit dem Start des Projekts sind die Prozesse weiter vorangeschritten: der EU-GAP-Strategieplan für 2023
bis 2027 wurde verabschiedet, der deutschen GAP-Strategieplan wurde am 21. November 2022 genehmigt
und auch alle Verordnungen und Gesetze für die neue GAP liegen mittlerweile vor. In den Strategieplänen
wurden die Möglichkeiten der überbetrieblichen Zusammenarbeit präzisiert.
Durch die Förderung der DBU war es dem DVL möglich, seine Erfahrungen und Empfehlungen aktiv in
die Diskussionen einzuspeisen und so an einer praxisorientierten und effektiven Gestaltung überbetrieblicher
Ansätze mitzuwirken. Der DVL ist nicht nur gut vernetzt in Verwaltung und Praxis, sondern setzte
in dieser Zeit auch entscheidende Impulse für die konkrete Programmierung der AUKM in Deutschland.
Der DVL hat die Projektergebnisse bei mehreren Veranstaltung und Besprechungen im Expertenkreis
vorgestellt und die gemeinsame Weiterentwicklung diskutiert. Exemplarisch genannt sei die Tagung der
Deutschen Vernetzungsstelle Ländliche Räume (DVS) „ELER und Umwelt“ 2023 mit dem Thema „Welche
Aussichten bietet die neue GAP-Förderperiode für den kooperativen Agrarumweltschutz?“ mit
über 100 Teilnehmenden aus allen Bundesländern. Auch der Online-Austausch der Extensivierungsreferent*
innen der Länder (s. Mai 2022) wird über das Projektende hinaus weitergeführt, die Entwicklung der
relevanten AUKM auch darüber vernetzt.
Dank der Expertise aus dem DBU-Projekt konnte der DVL die brandenburgischen LPV sehr gut auf den
überbetrieblichen Ansatz in der Regelförderung vorbereiten. Für ausgewählte Landschaftsräume gründeten
die LPV gemeinsam mit Landwirt*innen Kooperativen und stellten erstmalig in der deutschen
Regelförderung einen Agrarantrag für kooperative Klimaschutz- und Biodiversitätsmaßnahmen.
Der DVL bleibt für seine LPV weiterhin fachlicher Ansprechpartner und integriert die Erfahrungen der
LPV in der praktischen Umsetzung in seine Empfehlungen an Politik und Verwaltung auf Landes-, Bundes-
und EU-Ebene.
Der DVL sammelte Erfahrungen zu Aufbau und Rahmenbedingungen von koordinierenden regionalen
Strukturen (z. B. LPV) und für den Förder- und Verwaltungsrahmen. Er konnte die Diskussion und das
Wissen zum überbetrieblichen Agrarnaturschutz bereichern durch viele Vorträge und Publikationen, die
– soweit es eigene Publikationen waren – auf der Webseite des DVL zum Download zur Verfügung stehen
(www.dvl.org). Damit ist er ein wichtiger Ansprechpartner und entscheidender Treiber für eine praxistaugliche
Umsetzung überbetrieblichen Agrarnaturschutzes in Deutschland.
Der DVL bearbeitet auch nach Ablauf des DBU-Projekts das Thema „überbetriebliche Zusammenarbeit“
intensiv weiter, insbesondere im Projekt „KoMBi – Kollektive Modelle zur Förderung der Biodiversität“,
das das Bundesamt für Naturschutz finanziert unter der Projektleitung des WWF Deutschland. Insbesondere
die Betreuung von fünf Modellregionen in fünf Bundesländern (Baden-Württemberg, Brandenburg,
Hessen, Niedersachsen und Sachsen) wird Impulse für eine erfolgreiche, praxisorientierte Umsetzung
des überbetrieblichen Ansatzes ermöglichen.

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DBU-Abschlussbericht-AZ-35454_01-Hauptbericht.pdf

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