Gender-gerechte Siedlungsentwicklung in den Quilombos Brasiliens: Alcantara, Maranhao
Authors/Creators
- 1. GLOBUS-BERLIN
- 2. Universität Kiel
- 3. Humboldt Universität Berlin
Description
Quilombos sind Siedlungen ehemaliger Afrikanischer in Nordbrasilien, wohin sie als Arbeitskräfte während der Kautschuk-Booms verschleppt worden waren. Vor ihren 'Besitzern' geflohene Quilombos lebten in der Regel isoliert in kleinen Lichtungen im Urwald und ernährten sich durch Subsistenzwirtschaft. Nachdem die früheren Sklavenhalter nach Erfindung des synthetischen Gummis den Kontinent - oder zumindest die Region - verlassen hatten, entwickelten sich größere Ansiedlungen und sogar kleine Städte in der Region, die vorwiegend von Quilombos besiedelt waren. Die Halbinsel Alcantara ist eine von mehreren Zentren der Quilombos - stellt aber einen Sonderfall dar wegen der Eröffnung eines 'Weltraumbahnhofs' von wo aus Raumschiffe in den Weltraum starten.
Während die jungen Männer aus den Quilombo-Siedlungen mehrheitlich auf Jobsuche in größere Städte und Metropolen emigrieren, bleibt eine Mehrzahl der Frauen auf Alcantara in den Dörfern zurück, wo sie den Boden relativ nachhaltig bewirtschaften. Eine Forschergruppe von der TU Darmstadt hat die in den verschiedenen Siedlungstypen dieser Region untersucht und in der vorliegenden Buchveröffentlichung dokumentiert.