Published November 20, 2022 | Version v1

Alternative Lernorte ein ethnografischer Vergleich

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Neben einem professionell geführten Classroom Management werden in unseren Schulen aktuell alternative Lernorte eingerichtet. Diese werden beispielsweise „Trainingsraum“, „Lerninsel“, „Update“, „Schulinsel“ oder „Förderzentrum“ genannt. Damit wird versucht, den Wünschen vieler Lehrpersonen nach Entlastung, einem flexiblen Umgang mit den vorhandenen Ressourcen der integrativen Förderung und nach Erweiterung der pädagogischen Handlungsmöglichkeiten im Umgang mit Kindern mit besonderem Förderbedarf entgegenzukommen. Können diese Bedürfnisse mit einem alternativen Lernort erfüllt werden? Wenn ja, was braucht es für ein gutes Gelingen? Können alternative Lernorte darüber hinaus die Wirksamkeit der Schulischen Heilpädagogen in unseren Schulen fördern, indem ihnen Räume zugewiesen werden, die sie gewinnbringend pädagogisch strukturieren können? Kann dadurch ein echter Mehrwert entstehen und inwiefern werden dadurch Klassenlehrpersonen, einzelne Schülerinnen und Schüler sowie ganze Klassen entlastet? Oder entsteht durch diese institutionalisierte Form des Verweises aus der Klasse ein DepotEffekt, der das Ziel der Integration in weite Ferne rückt, weil damit die Probleme nicht mehr im Kontext ihrer Entstehung gelöst werden müssen, sondern einfach weitergegeben werden können? In dieser Arbeit werden zwei verschiedene alternative Lernorte an Ostschweizer Oberstufenschulen beschrieben und kontrastiert. Die teilnehmenden Beobachtungen werden analysiert und diskutiert, wobei der Fokus auf den pädagogischen Prozessen und auf den Funktionen liegt, die ein alternativer Lernort übernimmt. Zudem geht es um die Frage, in welchem Zusammenhang bestimmte Strukturmerkmale eines alternativen Lernortes mit der darin realisierten Pädagogik und Arbeitsteilung stehen. Mit dieser Forschung werden Erfahrungswerte gesammelt, die zukünftig im Zusammenhang mit der Institutionalisierung alternativer Lernorte genutzt werden können. Die herausgearbeiteten Gelingensbedingungen können dazu beitragen, in vergleichbaren Kontexten alternative Lernorte aufzubauen oder zu verbessern.

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