Schule und Autismus – Was können wir aus der Corona-Krise lernen? Ergebnisse einer Elternbefragung. Forschungsbericht
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Die in der Schweiz aufgrund der Corona-Pandemie erfolgten Schulschliessungen in den Monaten März bis Mai 2020 führten viele Kinder und Jugendliche mit Autismus und ihre Familien in eine bis anhin unbekannte Situation. Statt in der gewohnten Lernumgebung in der Schule musste das Lernen nun im häuslichen Umfeld stattfinden. Für die Eltern und Familien bedeuteten die Schulschliessungen zum einen eine veränderte Alltagsgestaltung und Betreuungssituation, zum anderen eine notwendig gewordene Auseinandersetzung mit neuen Zuständigkeiten bezüglich des Lernens der eigenen Kinder. Für die Kinder und Jugendliche selbst hatte es einerseits eine grosse Umstellung bei den gewohnten Tagesabläufen und Strukturen zur Folge, andererseits den Wegfall von möglichen Herausforderungen auf verschiedenen Ebenen (u.a. Wahrnehmung, soziale Kontexte, Übergänge), wie sie in Bezug auf den Schulbesuch von Lernenden mit Autismus in der Fachdiskussion wiederholt diskutiert werden.
An verschiedenen Beratungsstellen eintreffende Unterstützungsanfragen und zahlreiche Gespräche mit Eltern von Kindern mit Autismus während der Zeit der Schulschliessungen führten zur Entwicklung der folgend dargestellten Elternbefragung. In Kooperation mit dem Elternverein «autismus deutsche schweiz» wurde im Juni 2020 ein Online-Elternfragebogen aufgeschaltet und über die sozialen Medien, insbeson-dere Newsletter, Blogs und Websites von Interessensverbänden, beworben.
Nach Fragen zur familiären Ausgangssituation und zum regulären Schulbesuch fokussiert dieser Frage-bogen die Zeit der Schulschliessungen und schaut auf die Gestaltung des Lernens im häuslichen Umfeld, auf die Kontaktgestaltung zu den schulischen Fachpersonen sowie auf das Erleben der Situation aus der Perspektive der Eltern. Er schliesst mit einem Blick auf Anregungen für die Zukunft.
Im Folgenden werden die Ergebnisse der Befragung dargestellt. Eine Zusammenfassung zentraler Erkenntnisse ist im Mai 2021 in der «Schweizerischen Zeitschrift für Heilpädagogik» (SZH) erschienen.