Open Access als Einnahmequelle. Wie die großen Wissenschaftsverlage von Publikationsgebühren profitieren
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Vortrag Kompetenznetzwerk Bibliometrie - Veranstaltungsreihe "Offene Forschungsseminare"
Seminar II, 30.09.2022, 16-17h
Obwohl das Wachstum von Open-Access-Veröffentlichungen als positive Entwicklung im Rahmen von offener Wissenschaft zu sehen ist, wird Open Access (OA) von Wissenschaftlern zunehmend als Synonym für Publikationsgebühren wahrgenommen. Im Mittelpunkt steht hier vor allem das Oligopol der Wissenschaftsverlage, die das wissenschaftliche Publizieren zu einem überaus profitablen Geschäftsmodell entwickelt haben. Bestehend aus Elsevier, Sage, Springer-Nature, Taylor & Francis und Wiley, kontrolliert das Oligopol seit 2013 mehr als die Hälfte aller im Web of Science (WoS) indexierten Zeitschriftenartikel. Vor dem Hintergrund zunehmender Kündigungen sogenannter „Big Deals“ durch Universitätsbibliotheken einerseits und dem Anstieg von OA-Mandaten von Forschungsförderern andererseits, haben die Oligopol-Verlage OA als neue Einnahmequelle entdeckt. Publikationsgebühren, sogenannte „Article Processing Charges“ (APCs), die Autoren für Veröffentlichungen in Gold- und Hybrid-Zeitschriften an die Verlage zahlen müssen, kosten oft mehrere Tausend Euro pro Artikel und schließen damit viele Wissenschaftler aus Disziplinen, Institutionen oder Ländern, die über weniger oder keine Fördermittel verfügen, aus. Dieser Vortrag befasst sich mit den Methoden und Ergebnissen einer neuen Studie, die mit Hilfe verschiedener Datenquellen, wie WoS, Unpaywall und historischen Publikationsgebühren, versucht einzuschätzen wieviel OA-Publikationsgebühren die fünf Oligopol-Verlage zwischen 2015 und 2018 eingenommen haben. Unsere Schätzungen ergeben, dass die internationale wissenschaftliche Gemeinschaft allein in dem untersuchten Vierjahreszeitraum für 505,903 Artikel in WoS-indexierten Zeitschriften über eine Milliarde Dollar aufbringen musste.
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- Preprint: 10.5281/zenodo.7057144 (DOI)
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