Phonetisch-phonologische Abweichungen italienischer und spanischer Deutschlernender unter der Einwirkung sprachstruktureller Merkmale der Erstsprache. Eine theoriebasierte Auseinandersetzung mit Unterschieden zwischen L1 und L2 und Einbettung der Ergebnisse in die Optimalitätstheorie
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Die Diagnostik der Aussprachestörungen von mehrsprachigen Kindern stellt Sprachtherapeuten vor Herausforderungen. Ein Grund dafür ist das fehlende Wissen „über die Interferenz der phonologischen Systeme der Erst- und Zweitsprache“ (Kannengieser, 2012, zitiert nach Neumann, Meinusch, Verdon & McLeod, 2016, S. 166). Um zwischen phonetisch-phonologisch auffälligen und unauffälligen mehrsprachigen Kindern unterscheiden zu können, kann eine systematische Gegenüberstellung von Lautsystemen für Fachpersonen hilfreich sein. In dieser Arbeit werden Unterschiede in Lautsystemen des Deutschen, Italienischen und Spanischen aufgedeckt und darauf basierend Hypothesen über die Erwartungsfehler aufgestellt. Aus dem Vergleich gewonnene Fehlerprognosen werden im ersten Teil der Arbeit zusammengefasst und dienen als Nachschlagewerk bei Unsicherheiten über die Aussprachefehler bei mehrsprachigen Kindern. Ausserdem werden die neuesten Erkenntnisse aus der Optimalitätstheorie in die Analyse einbezogen und mit dem Zweitspracherwerb in Verbindung gebracht. Es gilt des Weiteren herauszufinden, ob und wie die aufgedeckten Phänomene aus der Sicht der aktuellen Theorie erklärt werden können. Somit liefert eine vertiefte Auseinandersetzung mit einigen Erwartungsfehlern im zweiten Teil der Arbeit ein besseres Verständnis der Fehler und stellt eine Grundlage für weitere Forschung dar. Die Ergebnisse einer solchen Analyse sollen den Fachpersonen schlussendlich helfen, transferbedingten phonetisch-phonologischen Abweichungen im Deutschen kontrolliert und effektiv zu begegnen.