There is a newer version of the record available.

Published August 11, 2021 | Version v1

Es hätte schon vorgestern passieren sollen. Aber wer muss etwas machen? Etablierung von institutionalisierter Angehörigenarbeit im schweizerischen Justizvollzug

Authors/Creators

Description

Auf Grundlage wissenschaftlicher Erkenntnisse, dass Angehörige inhaftierter Personen bei einer Inhaftierung finanziellen, psychischen und sozialen Belastungen ausgesetzt sind, die mit geeigneten intra- und extramuralen Massnahmen reduziert werden können, erörtert die vorliegende Master-Thesis die Forschungsfrage: Was ermöglicht die Etablierung und Umsetzung von institutionalisierter intra- und extramuraler Angehörigenarbeit im Justizvollzug der Schweiz? Die Forschungsfrage wurde ausgehend von Axel Groenemeyers Theorie der Institutionalisierung sozialer Probleme und anhand von Expert*innen- Interviews untersucht. Die Sichtweisen auf Angehörige und auf Angehörigenarbeit wurden aus wissenschaftlicher, vollzugspraktischer, rechtlicher, medialer und politischer Perspektive sowie aus Sicht der Expert*innen analysiert. Dabei liessen sich fünf verschiedene Deutungsmuster bezüglich Angehörigen und Angehörigenarbeit feststellen: (1) Angehörige sind (unschuldige) Personen in Not mit Unterstützungsbedarf, (2) Angehörige sind Personen, die eine wichtige Ressource im Resozialisierungsprozess darstellen, (3) Angehörige sind Kinder, die einen besonderen Schutzbedarf und eigene Rechte haben, (4) Angehörige sind (unschuldige) Personen in Not mit Unterstützungsbedarf, die eine wichtige Ressource im Resozialisierungsprozess darstellen können und (5) Angehörige sind Personen, die geschützt werden müssen. Anhand einer Stärken-Schwächen-Analyse zeigte sich, dass sich das dritte und das vierte Deutungsmuster besonders eignen, um die Institutionalisierung der Angehörigenarbeit im Justizvollzug zu ermöglichen. Empfehlungen auf nationaler, kantonaler und konkordatlicher Ebene, Lobbying, Sensibilisierung von Fachpersonen, das Anregen und Lancieren von Pilotprojekten sowie Grundlagenforschung durch das SKJV wurden als zentrale Massnahmen ermittelt, die die Etablierung und Umsetzung von institutionalisierter Angehörigenarbeit im Justizvollzug ermöglichen. Einmal etabliert wird sich in einem nächsten Schritt die Frage nach der Wirksamkeit von intra- und extramuraler Angehörigenarbeit stellen.

Notes

+ Code Diss LU: hslusa masa + Fussnote: Master of Science in Sozialer Arbeit, Bern, Luzern, St. Gallen, 2021 + NL-Code: NLLUHSA202109

Files

2021_masa_BrueggerPascale.pdf

Files (1.3 MB)

Name Size
md5:6077dff3a89069ba75d79659515b69fc
1.3 MB Preview Download