Published June 25, 2021 | Version v1

Safe Place. Mantras für die Heilpädagogik. Die Bedeutung eines sicheren Raumes für die ersten Phasen der emotionalen Entwicklung – musikalisch umgesetzt in «Safe-Place»-Atmosphären für den heilpädagogischen Kontext entlang von Merkmalen von Wiegenliedern.

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Die vorliegende Masterarbeit, in Form einer Entwicklungsarbeit, befasst sich übergeordnet mit dem Ziel der Erhöhung der Lebensqualität von Kindern und Jugendlichen mit besonderem Bildungsbedarf. Dies, indem zuerst die Bedeutsamkeit von «Safe-Place»-Atmosphären für die emotionale Entwicklung ergründet und danach ein Produkt für das heilpädagogische Setting entwickelt wird. Es wird dabei zum einen der Frage nachgegangen, inwiefern das Erleben von «Safe-Place»-Atmosphären für die Förderung der ersten Phasen der emotionalen Entwicklung im heilpädagogischen Setting als relevant begründet ist. Aufgearbeitet wurde diese Frage mittels Literaturstudiums relevanter entwicklungspsychologischer Theorien und neuster Forschungsergebnisse.
Die Befriedigung der emotionalen Grundbedürfnisse dieser frühen Entwicklungsphase liegt dabei deutlich in der Verantwortung einer regulierenden feinfühligen Bezugsperson. Diese trägt daher massgeblich zu einer gelingenden «Safe-Place»-Atmosphäre bei, indem sie die Bedürfnisse nach Sicherheit, Halt und Geborgenheit erkennt und stillt. Für die Rolle der oder des SHP heisst dies konkret: Durch das feinfühlige Wahrnehmen der Befindlichkeit der SuS und mittels adäquaten und unmittelbaren Reagierens – auftauchende Emotionen regulieren, ermöglichen von ausreichenden Ruhepausen (Entspannung) und achten auf eine passende Umgebungsgestaltung mit niederer Ladung (Erregung) – wird für ein körperliches Wohlgefühl der SuS gesorgt.
Zum anderen wurde der Ursprung des «Safe Place» aus musikalischer Perspektive entlang eines Literaturkorpus aufgearbeitet. Die Recherche zeigt, dass sich der erste «Safe Place» intrauterin (in der Gebärmutter liegend) befindet und in Verbindung mit bestimmten (neuro)biologisch nachgewiesenen musikalischen Merkmale zu verstehen ist. Diese, sogenannte trophotrope Musik, zeichnet sich unter anderem durch ruhige Klänge, fliessende Melodien, wenige Wechsel in Rhythmus und Dynamik sowie durch einen geringen Tonumfang aus. Ähnliche Merkmale weisen auch Wiegenlieder und Mantras (traditionelle Texte) auf, welche ausgewählt und zusammengefasst die Basis der Produktentstehung dieser Masterarbeit bilden. Es wurden so «Safe-Place»-Mantras kreiert – geprägt von ruhigen, einfachen und sich wiederholenden Melodiemustern, – welche entsprechend der emotionalen Grundbedürfnisse der ersten Phasen an heilpädagogischen Schulen angelehnt sind, namentlich körperliches Wohlbefinden, Entspannung, Ruhe, Sicherheit und Geborgenheit. Durch das Hören der Lieder wird versucht, an frühste Erfahrungen im Mutterleib anzuknüpfen, um – in Anwesenheit einer regulierenden Bezugsperson – eine «Safe Place»-Atmosphäre entstehen zu lassen. Die Mantras bilden demnach mit dem theoretischen Hintergrund einen musikalischen Zugang für die Förderung der ersten Phasen der emotionalen Entwicklung von Kindern und Jugendlichen mit besonderem Bildungsbedarf an heilpädagogischen Schulen.

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