Published August 31, 2020 | Version v1

Altersgerechte Lebensräume

  • 1. ETH Zürich

Description

«Aging in place», so lautet heute das favorisierte Leitkonzept der Alterspolitik. Die Kehrseite des selbstbestimmten Wohnens im Alter ist soziale Isolation. Ihr wirken alltägliche und spontane Begegnungen im Wohnumfeld und im Quartier entgegen: Die positiven Auswirkungen von sozialen Netzwerken – gerade im hohen Alter und bei Beeinträchtigung – sind mehrfach belegt. Damit Begegnungen und Kontakte spontan und unverbindlich entstehen können, braucht es indes Möglichkeitsräume auch ausserhalb der Wohnung. Eine wichtige Rolle spielen hier sogenannte «Schwellenräume» im Übergang von innen und aussen sowie Quartierlokale, die als «Dritte Orte» und erweiterte «Wohnzimmer» dienen können.

Doch reichen Räume allein als Massnahmen nicht aus; vielmehr bedarf es sozialräumlicher Investitionen, Massnahmen zur Aktivierung von Netzwerken und die Bespielung von Liegenschaften.

Über die formalisierte Altersarbeit hinaus können die informellen und alltäglichen Geografien des Alters eine Perspektive auf «aging in place» eröffnen, die bislang eher verborgene, aber essenzielle Elemente von altersgerechten Lebensräumen zum Vorschein kommen lassen.

Notes

Cite as: Christensen, Live und Marie Glaser (2020): Altersgerechte Lebensräume, in: Bulletin der Schweizerischen Akademie der Geistes- und Sozialwissenschaften 26,2, S. 36–38.

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