«K.o.- Tropfen»: Aufgebauschtes Phänomen oder echte Gefahr: Quantitative Forschung über drogenassoziierte sexualisierte Gewalt in der Deutschschweiz
Authors/Creators
Description
«K.o.- Tropfen». Eine Bezeichnung, die in Medien immer wieder auftaucht und ein klarer und bekannter Begriff zu sein scheint. Doch sind Sachverhalt und Problematik bezüglich «K.o.- Tropfen» wirklich so klar? Die vorliegende Arbeit geht zu Beginn anhand einer Grundlagenrecherche Hinweisen nach, dass es nicht die Substanz für eine heimliche Beigabe gibt und ein Mischkonsum diverser psychoaktiver Substanzen als sehr hohes Risiko einzuschätzen ist. Wichtig ist jedoch die Erkenntnis, dass drogenassoziierte sexualisierte Gewalt (DFSA) nicht bedeutet, dass zwingend eine Substanz heimlich verabreicht wird. DFSA beinhaltet vielmehr alle Formen von nicht einvernehmlicher sexueller Aktivität, bei der das Opfer durch psychoaktive Substanzen wehrlos handlungsunfähig ist, auch wenn die Einnahme freiwillig geschieht. Die Auswertung von 422 befragten Personen, die zu ihren Erlebnissen, ihrem Verhalten und ihren Erwartungen bezüglich «K.o.- Tropfen» befragt wurden, haben ergeben, dass ein Fünftel schon einen Verdacht hatten, dass ihnen heimlich eine Substanz verabreicht wurde und mehr Prävention und Aufklärung nötig sind. Die Auswertungen der befragten Institutionen haben Diskrepanzen hinsichtlich der Meinung zwischen Fachpersonen und den Handlungsweisen einiger Institutionen gezeigt. Diese Diskrepanzen äussern sich so, dass auch Fachpersonen der zuvor genannten Disziplinen grösstenteils eine einheitliche Erfassung von Opferdaten fordern, die jeweiligen Institutionen jedoch keine Erhebungen machen. Daraus lässt sich schliessen, dass eine einheitliche Erfassung von Opferdaten und weitere empirische Untersuchungen notwendig sind, um dieses nicht ausreichend erforschte Thema aufzuklären.