Soziale Arbeit im Kontext Flucht-Migration und Asyl: Eine postkoloniale Analyse
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Soziale Arbeit im Kontext Flucht-Migration und Asyl bewegt sich, bedingt durch globale Ungleichheitsverhältnisse, nationalstaatliche Paradigmen und ihrer universalistischen normativen Grundlage, in einem stetigen Spannungsverhältnis. Geflüchteten Menschen wird in der Gesellschaft die Position der «Fremden» zugewiesen, die mit potentieller Hilfsbedürftigkeit oder Gefahr assoziiert wird und darum über materielle, territoriale und soziale Ausschlussmechanismen kontrolliert wird. In Abgrenzung dazu gelingt es, eine moralisch überlegene und hilfsbereite Mehrheitsgesellschaft zu konstruieren. Diese Zuteilung von Positionen verläuft entlang kolonial-rassistischer Stereotype. Sozialer Arbeit kommt als Teil dieser Mehrheitsgesellschaft eine widersprüchliche Rolle bei der gesellschaftlichen Konstruktion und Aufrechterhaltung von «Fremdheit» zu. Eine kritische Auseinandersetzung vor dem Hintergrund postkolonialer Theorien legt frei, dass Soziale Arbeit im öffentlich finanzierten Asylbereich durch ihre Praxis postkoloniale Machtstrukturen bestätigt, hierarchisch gegliederte gesellschaftliche Positionen verfestigt und dadurch sozialen Ausschluss reproduziert. Das Ziel einer postkolonial informierten Sozialen Arbeit wäre es, einen (selbst-)kritischen Umgang mit postkolonialen Verstrickungen zu etablieren und ihre gesellschaftliche Position zu nutzen, um eine widerständige, emanzipatorische Praxis zu entwickeln.