Published September 16, 2022 | Version 1.0
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Scholar-led Open Access in den Geistes- und Sozialwissenschaften: Akademische Selbstverwaltung, Kollaboration und Diversität in Publikationsprozessen

  • 1. Centre for Postdigital Cultures, Coventry University

Description

“While the open access publishing model is certainly transformational, it is driven by experimenting with the new business, distribution, and permission models rather than with a new format of scholarly communication practice” (Mrva-Montoya, 2015, pp. 321-2).

In gewissen Ausformungen steht scholar-led nicht nur für die akademische Selbstverwaltung und Öffnung von Publikationsinfrastrukturen, sondern auch von Forschungs- und Publikationspraxen. Eine solche Selbstverwaltung umfasst etwa die Nutzung und das Teilen von open source Tools und Plattformen, während eine praxisbezogene Öffnung beispielsweise in Richtung diverser Disziplinen, nicht-akademischen Partner_innen, anderer Forschungskulturen und Sprachen stattfinden kann.

Wie wir in unserem Vortrag am Beispiel von Combinatorial Books: Gathering Flowers, einem multidisziplinären und mehrsprachigen Pilotprojekt im Rahmen des Forschungs-/Infrastrukturprojekts Community-led Open Publication Infrastructures for Monographs (COPIM), diskutieren möchten, verschiebt sich dadurch der Begriff von Zugänglichkeit – welcher in der Regel mit dem Zugang zu und der Verbreitung von Forschungsoutputs (hauptsächlich in Zeitschriften und Büchern) gleichgesetzt wird –  hin zu den Produktionsmitteln und -prozessen der gemeinsamen Wissensproduktion und des Wissensaustauschs. Dies stellt Autor_innen, Editor_innen, Verlage und Programmierer_innen vor neue Aufgaben; verändert herkömmliche Publikationsprozesse und -praktiken (bspw. verwischen sich Grenzen zwischen Forschung, Schreiben, Redaktion und Veröffentlichung); wirkt sich auf die Beziehungen zwischen diversen Akteur_innen, aus denen sich konventionelle (OA) Publikationsprozesse konstituieren, aus (bspw. auf jene zwischen Verlagen, Autor_innen und Programmierer_innen); stellt etablierte Publikationsformate sowie (proprietäre) Werkzeuge und Technologien in Frage; und birgt Herausforderungen im Hinblick auf die längerfristige Archivierung von Publikationen. 
In diesem Vortrag führen wir in das Pilotprojekt ein und möchten dabei auf Fragen der Zusammenarbeit unter Berücksichtigung unterschiedlicher Forschungskulturen, disziplinärer und sprachlicher Unterschiede; über die Arbeitsabläufe, die ein solches Engagement auch in anderen Kontexten unterstützen können; und im Hinblick darauf, wie es sich in standardisierte oder etablierte Systeme für die Produktion, Verbreitung und Bewahrung von Print- und Onlinebüchern einfügen kann, eingehen.

Notes

Community-led Open Publishing Infrastructures for Monographs (COPIM) is supported by the Research England Development (RED) Fund, and Arcadia—a charitable fund of Lisbet Rausing and Peter Baldwin.

Files

220921-scholar-led-publishing-in-ssh-kiesewetter-steiner-v2.pdf

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