Gesellschaftliche Resilienz im Stresstest. Ein Essay über Vertrauen, Ehrenamt und die Zukunft des Bevölkerungsschutzes anlässlich der Mitte-Studie 2024/25.
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Der Essay untersucht die Ausstattung und Belastbarkeit der sozialen und staatlichen Infrastrukturen im Spannungsfeld von Vertrauen, Ehrenamt und Krisenreaktion vor dem Hintergrund der Mitte‑Studie 2024/25. Erstens zeigt die Studie, dass das demokratische Selbstverständnis in Deutschland unter Druck steht: Verunsicherung, institutionelles Misstrauen, Polarisierung und soziale Ungleichheiten schwächen zunehmend die Mitte der Gesellschaft. Der Beitrag argumentiert zweitens, dass gerade der zivile Bevölkerungsschutz – als Schnittstelle von Staat und Zivilgesellschaft – hier eine doppelte Rolle einnimmt: Er spiegelt gesellschaftliche Spaltungen, kann sie aber zugleich überwinden, indem er Gemeinschaft, Verantwortung und Solidarität erfahrbar macht. Drittens richtet der Autor den Blick auf strategische Gestaltungslinien: Ehrenamt muss öffentlich sichtbarer und anerkannt werden, Bildung und Dialogkultur in Einsatzorganisationen gestärkt sowie mentale und soziale Unterstützungsstrukturen etabliert werden, damit Engagement nicht in Erschöpfung umschlägt. Abschließend wird der Bevölkerungsschutz nicht lediglich als technische Gefahrenabwehr, sondern als elementarer Baustein demokratischer Resilienz verstanden – als „Resonanzkörper“ einer offenen Gesellschaft, in der Vertrauen nicht vorausgesetzt, sondern täglich erzeugt wird.
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- Cites
- Publication: 978-3-8012-0706-9 (ISBN)
Dates
- Issued
-
2025-11-07