Arbeitsgestaltung in der Kunststoffindustrie – Menschen, Prozesse und Wandel
Authors/Creators
Contributors
Distributor:
Editor:
Project manager:
Supervisors:
Description
Im Rahmen des dritten Arbeitspakets des Kompetenzzentrums KARE analysierte das interdisziplinäre Team die Ausgangslage der Arbeitsgestaltung und Kompetenzentwicklung in Partnerunternehmen der Kunststoffindustrie. Ziel war es, zentrale Herausforderungen und Potenziale für die Transformation zur Kreislaufwirtschaft zu identifizieren – mit besonderem Fokus auf betriebliche Strukturen, Prozesse und Qualifizierungsbedarfe.
Ein zentrales Instrument war das teilstandardisierte Erfassungsheft, das in Workshops mit Mitarbeitenden aus verschiedenen Unternehmensbereichen ausgefüllt wurde. Es ermöglichte eine differenzierte Analyse zu den Themenfeldern Akzeptanz und Verhaltensänderung, interne Zusammenarbeit sowie technologische Innovation. Die Ergebnisse zeigen: Die Einstellung zur Kreislaufwirtschaft hat sich in den letzten Jahren verbessert, doch bestehen weiterhin große Unterschiede in der Umsetzung. Unternehmen sehen Weiterbildungsbedarfe in allen Bereichen – von Einkauf bis Management – und berichten von veränderten Arbeitsbedingungen durch den Einsatz von Rezyklaten. Gleichzeitig wird die Bedeutung eines systematischen Wissensmanagements betont, das digitale Tools, interne Wikis oder QR-Codes an Maschinen umfasst.
Die Analyse zeigt zudem strukturelle Engpässe in der internen Kommunikation, mangelnde Transparenz in Lieferketten sowie Unsicherheiten im Umgang mit Rezyklaten. Gleichzeitig eröffnen sich vielfältige Transformationspotenziale – etwa durch den Einsatz von KI, digitalen Zwillingen oder zentralen Rezyklatdatenbanken. Die Unternehmen sehen sich unterschiedlich gut auf die digitale Transformation vorbereitet, wobei verarbeitende Betriebe tendenziell weiter sind als Recyclingunternehmen.
Ein zentrales Ergebnis betrifft die Qualifizierung: Die Interviews offenbaren fünf Typen von Qualifizierungsansätzen – von strategisch-proaktiv bis informell-ad-hoc. Besonders gefragt sind Formate, die digitale Kompetenzen, Soft Skills und ein Verständnis für Kreislaufwirtschaft fördern. Die sozio-technische Onlinebefragung zeigt zudem, dass Leistungserwartung, hedonische Motivation und unterstützende Rahmenbedingungen entscheidend für die Akzeptanz neuer Technologien sind.
Die Ergebnisse liefern eine fundierte Grundlage für die Entwicklung modularer Transformationskonzepte im weiteren Projektverlauf. Sie zeigen: Eine erfolgreiche Transformation gelingt nur, wenn technologische, organisatorische und menschliche Faktoren ganzheitlich betrachtet und aktiv gestaltet werden.
Files
KARE_Working_Paper_WP03.pdf
Files
(7.4 MB)
| Name | Size | Download all |
|---|---|---|
|
md5:71eab8ea486c42eeaffa3ef3d96d34df
|
7.4 MB | Preview Download |