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Familienzentrierte Vernetzung in der Schweiz - Eine Vorstudie vor dem Hintergrund der «Frühe Hilfen»-Strategie in Österreich

Hafen, Martin; Meier Magistretti, Claudia


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    <dct:description>&lt;p&gt;Die ersten Lebensjahre eines Kindes sind entscheidend f&amp;uuml;r seine weitere Entwicklung. W&amp;auml;hrend dieser Zeit wird die Basis f&amp;uuml;r all die Lebenskompetenzen gebildet, die f&amp;uuml;r ein gelingendes Leben von Bedeutung sind und die einem Menschen erm&amp;ouml;glichen, angemessen mit Herausforderungen umzugehen, die das Leben stellt. Umgekehrt beeintr&amp;auml;chtigt chronischer Stress durch Gewalt oder emotionale Vernachl&amp;auml;ssigung die Entwicklung eines Menschen nie st&amp;auml;rker als in der ersten Lebensphase &amp;ndash; mit verheerenden Folgen f&amp;uuml;r seine psychische und k&amp;ouml;rperliche Entwicklung, sein Sozialverhalten, so wie seinen beruflichen Erfolg. Obwohl die meisten Kinder in g&amp;uuml;nstigen Verh&amp;auml;ltnissen aufwachsen, gibt es eine bedeutende Zahl von Familien, denen es aus unterschiedlichen Gr&amp;uuml;nden nicht gelingt, die emotionale Zuwendung, Sicherheit und Anregung bereitzustellen, die ein kleines Kind braucht. Bei diesen Familien ist es von zentraler Bedeutung, dass ihre Notlage m&amp;ouml;glichst fr&amp;uuml;h erkannt wird und sie eine ressourcenorientierte Unterst&amp;uuml;tzung erhalten. Das Ziel muss sein, die negativen Auswirkungen der schwierigen famili&amp;auml;ren Situation f&amp;uuml;r die Kinder zu minimieren und weitergehende Massnahmen im Bereich des Kindesschutzes (z. B. eine Fremdplatzierung) nach M&amp;ouml;glichkeit unn&amp;ouml;tig zu machen.&lt;/p&gt; &lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt; &lt;p&gt;&amp;Ouml;sterreich verfolgt seit 2015 mit seiner nationalen Fr&amp;uuml;hen Hilfen-Strategie das Ziel, mehrfach belastete Familien m&amp;ouml;glichst fr&amp;uuml;h zu erreichen und sie mit einer auf Vertrauen basierenden l&amp;auml;ngerfristigen Begleitung dabei zu unterst&amp;uuml;tzen, ihren Kindern die Bedingungen zu bieten, die sie f&amp;uuml;r ein gesundes und altersgerechtes Aufwachsen brauchen. Um dieses Ziel zu erreichen, werden in allen Bundesl&amp;auml;ndern regionale Netzwerke gebildet, in die m&amp;ouml;glichst alle Akteure/-innen im Fr&amp;uuml;hbereich einbezogen werden. Wenn diese Fachleute im Rahmen ihrer T&amp;auml;tigkeit (z. B. als Kinder&amp;auml;rztin oder Sozialarbeiter) auf Familien mit besonderem Unterst&amp;uuml;tzungsbedarf aufmerksam werden, k&amp;ouml;nnen sie diese Familien auf das institutionalisierte Unterst&amp;uuml;tzungsangebot hinweisen und ihre Daten &amp;ndash; mit dem Einverst&amp;auml;ndnis der Familie &amp;ndash; an die Begleitungsstelle weitergeben. Diese Stelle nimmt in der Folge mit der Familie Kontakt auf, kl&amp;auml;rt den Unterst&amp;uuml;tzungsbedarf und f&amp;uuml;hrt die Begleitung durch, in deren Rahmen der Familie die unter- schiedlichen Angebote im Fr&amp;uuml;hbereich zug&amp;auml;nglich gemacht und bei Bedarf Helferkonferenzen organisiert werden.&lt;/p&gt; &lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt; &lt;p&gt;Im Rahmen dieser Vorstudie wird gepr&amp;uuml;ft, wie Netzwerke im Fr&amp;uuml;hbereich in der Schweiz und im Ausland, im Vergleich zu den &amp;ouml;sterreichischen &amp;laquo;Fr&amp;uuml;hen Hilfen&amp;raquo;, fachlich und strukturell gestaltet sind. Um diese Frage zu kl&amp;auml;ren, wurden 18 Netzwerke analysiert und in Kooperation mit 20 Fachverb&amp;auml;nden eine Onlinebefragung zur wahrgenommenen und gew&amp;uuml;nschten Vernetzung im Fr&amp;uuml;hbereich durchgef&amp;uuml;hrt. Weiter wurden in drei der vier Schweizer Sprachregionen Workshops mit Vertretenden der Fachverb&amp;auml;nde durchgef&amp;uuml;hrt um zu er&amp;ouml;rtern, wie ein auf die Schweizer Verh&amp;auml;ltnisse ausgerichtetes Modell f&amp;uuml;r die familienzentrierte Vernetzung im Fr&amp;uuml;hbereich aussehen k&amp;ouml;nnte. In vier weiteren Workshops wurde in drei Kantonen (Tessin, Fribourg, Uri) und der Stadt Basel mit den dort t&amp;auml;tigen Fachpersonen und Vertretenden aus Politik und Verwaltung diskutiert, was es brauchen w&amp;uuml;rde, um die dort installierten institutionellen Netzwerke um den Aspekt einer systematischen Fr&amp;uuml;herkennung und Begleitung von Familien mit besonderem Unterst&amp;uuml;tzungsbedarf zu erweitern.&lt;/p&gt; &lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt; &lt;p&gt;Die Vorstudie zeigt, dass in der Schweiz eine grosse Vielfalt von institutionellen Netzwerken im Fr&amp;uuml;hbereich besteht, dass die Fr&amp;uuml;herkennung und Begleitung von Familien mit besonderem Unterst&amp;uuml;tzungsbedarf aber nicht mit der gleichen Intensit&amp;auml;t angeboten wird, wie dies bei den &amp;laquo;Fr&amp;uuml;hen Hilfen&amp;raquo; in &amp;Ouml;sterreich sowie bei den Netzwerken in Deutschland, Frankreich und Ontario/Kanada der Fall ist. Anders als in diesen L&amp;auml;ndern gibt es in der Schweiz keine nationale Strategie der familienzentrierten Vernetzung im Fr&amp;uuml;hbereich und auch keine nationalen Zentren, welche die Vernetzungsbem&amp;uuml;hungen in den Regionen strukturell und mit Begleitforschung unterst&amp;uuml;tzen. Entsprechend sind die gesetzlichen, finanziellen und qualit&amp;auml;tsbezogenen Rahmenbedingungen der Schweizer Netzwerke deutlich heterogener und weniger weit entwickelt als in den anderen L&amp;auml;ndern, obwohl die befragten Fachleute die Vernetzung und interprofessionelle Kooperation im Fr&amp;uuml;hbereich als sehr wichtig einsch&amp;auml;tzen.&lt;/p&gt; &lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt; &lt;p&gt;Da eine nationale Strategie f&amp;uuml;r eine nachhaltige Systematisierung der familienzentrierten Vernetzung im Fr&amp;uuml;hbereich angesichts des eidgen&amp;ouml;ssischen F&amp;ouml;deralismus aktuell kaum m&amp;ouml;glich erscheint, wird den Kantonen und den Gemeinden mit Blick auf die wissenschaftliche Evidenz und die Ergebnisse aus dieser Vorstudie empfohlen, ihre Anstrengungen im Bereich der familienzentrierten Vernetzung deutlich zu verst&amp;auml;rken.&lt;/p&gt; &lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;</dct:description>
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